Offiziell angekündigt wurde der Start erst vor zwei Wochen, gerüchteweise war es aber längst bekannt, dass Air One mit Nonstopflügen in die Schweiz kommen würde. Hiess es anfänglich, Bologna und Napoli würden ab Zürich angeboten werden, wird jetzt definitiv und ab Mai nach Napoli und darüber hinaus, via Napoli, nach Catania geflogen. Die täglichen Flüge werden im Codeshare mit Swiss durchgeführt; die Flüge sind bereits buchbar.
Doch wer ist die Air One überhaupt? Den Brand gibt es seit 1995; hervorgegangen ist die Airline aus der 1983 in Pescara gegründeten Aliadriatica, welche 1988 von der Toto Group um Air-One-Chef Carlo Toto gekauft wurde. Der Hauptsitz der Firma befindet sich in Rom; insgesamt zählt Air One rund 2000 Mitarbeitende.
Seit 2000 ist Air One ein enger Kooperationspartner von Swiss-Eigentümerin Lufthansa und gehört seitdem auch dem «Miles & More»-Programm an. Wurden 2006 noch 5,6 Mio. Passagiere registriert, waren es 2006 bereits 6,3 Mio. (Linie und Charter zusammengezählt); für das aktuelle Jahr werden 7,5 Mio. Passagiere erwartet. Im Flugmarkt Italien besitzt Air One inzwischen 36% Marktanteil. Das Selbstvertrauen ist gross: Die Besitzer der Air One sind unter den drei verbliebenen Bietern für die Übernahme der Alitalia (siehe Box).
Die rasche Expansion wurde durch den Lufthansa-Deal, aber auch durch eine aggressive Flottenpolitik ermöglicht: Per April 2007 besteht die Flotte der Air One aus 32 Boeing B-737 (23 B-737-400, sechs B-737-300 und drei B-737-200), drei Airbus A320, sechs CRJ Bombardier und drei BAe 146. Bestellungen für 40 Airbus A320 (+25 Optionen und 25 Kaufrechte) sowie sieben CRJ 900 wurden bereits aufgegeben. Die Airbus-Jets werden nach und nach die derzeitige B-737-Flotte des Carriers ersetzen; mit den zusätzlichen Maschinen sollen auch neue Strecken innerhalb Europas eröffnet werden.
Nach einem markanten Ausbau der regionalen Ziele bedient Air One derzeit 24 Orte in ganz Italien: Albenga, Alghero, Bari, Bologna, Brindisi, Cagliari, Catania, Crotone, Genua, Lamezia Terme, Lampedusa, Mailand (Linate und Malpensa), Neapel, Palermo, Pantelleria, Pescara, Pisa, Reggio Calabria, Rom, Trapani, Triest, Turin und Venedig.
Zudem werden im Codeshare Flüge mit Aegean Airlines (nach Athen, Rhodos und Heraklion), Adria Airways (nach Ljubljana), Air Canada (nach Toronto), Croatia Airlines (nach Dubrovnik, Split und Zagreb), Darwin Airline (nach Lugano), Lufthansa (nach Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München), SAS (nach Kopenhagen), TAP (nach Lissabon, Porto, Faro und Funchal) sowie US Airways (nach Philadelphia) angeboten. Die Einbettung mit Star-Alliance-Carriern ist deutlich…
Mit eigenen Maschinen werden im internationalen Verkehr die Strecken von Rom nach Kopenhagen, Wien und London-City, von Mailand-Linate nach Berlin und London-City, von Turin nach Paris und Barcelona sowie von Neapel nach Athen und Zürich angeboten. Letztgenannter Flug wird wie erwähnt ab Juni im Codeshare mit Swiss durchgeführt; E-Ticketing ist möglich.
Interessant für Endkunden: In Neapel, Rom (Fiumicino), Mailand (Linate), Turin, Genua, Triest und Lamezia Terme verfügt Air One über eigene VIP-Lounges.
Seit November 2006 ist das Airlinecenter in Zürich und Genf GSA von Air One im Schweizer Markt.
Jean-Claude Raemy
Air One bietet um Alitalia mit
Laut dem italienischen Transportminister Alessandro Bianchi muss der Käufer der Alitalia mindestens 1,5 Milliarden Euro zahlen und dieselbe Summe für die Restrukturierung und den Relaunch der maroden italienischen Airline investieren.
Die AP Holding von Air-One-Chef Carlo Toto pokert gemeinsam mit der italienischen Bank Intesa-Sanpaolo um die Alitalia-Anteile (49,9%), welche der italienische Staat derzeit noch hält.
Zu den drei in der zweiten Ausschreibungsphase verbliebenen Konsortien, die Schlussofferten eingereicht haben, gehören ferner noch die russische Aeroflot gemeinsam mit der italienischen Bank Unicredit sowie ein Konsortium von Matlin Patterson Global Advisers, Texas Pacific Group (TPG, bietet auch um Iberia mit) und der italienischen Bank Mediobanca. Weitere Kandidaten werden nicht mehr erwartet.
JCR



