«Wir bräuchten ein grösseres Flugzeug» (Ausgabe 2007-31)

Seit vier Monaten fliegt Bmi Regional von Zürich nach Edinburgh und denkt bereits über eine Kapazitätserhöhung nach.

Als die Embraer 145 der Bmi Regional – nach eigenen Angaben die pünktlichste Fluggesellschaft Grossbritanniens – auf ihrem Erstflug von Edinburgh in Zürich landete, hatte sie satte 20 Minuten Verspätung. «Das war schon etwas peinlich», sagt Madeleine Nay in ihrer Funktion als Sales Manager der Bmi beim Schweizer GSA Eurep zerknirscht. Jedoch seien derartige Verspätungen seit der regulären Flugaufnahme im März nicht mehr vorgekommen.

Mit der Auslastung von 70 bis 80 Prozent ist Nay sehr zufrieden. Beigetragen zum Erfolg habe sicherlich auch der Umstand, dass Falcontravel seinen Charterflug zwischen der Schweiz und der schottischen Metropole gar nicht erst lancierte, nachdem Bmi die neue Flugverbindung bekannt gegeben hatte, wie Nay erklärt. Gebucht wird der Flug meist von Individualreisenden, da sich der Nachmittagsflug für Geschäftsreisende schlecht eignet «und wir für Gruppen über 15 Personen schlichtweg zu teuer sind», wie Nay zugibt.

Eine grössere Maschine als die 49-plätzige Embraer 145 steht der Bmi Regional nicht zur Verfügung. «Wir bräuchten ein grösseres Flugzeug», erklärt Nay, die schon bei Bmi Mainline um einen Airbus angefragt hatte und eine abschlägige Antwort erhielt. Deshalb denkt man nun bei der in Aberdeen angesiedelten Airline über eine Frequenzerhöhung auf zwei tägliche Flüge nach. Auch ein Codeshare-Flug mit Swiss steht zur Debatte, so dass durch Anpassung der Flugzeiten ein höherer Anteil an Anschlusspassagieren generiert werden könnte. «Beschlossen ist jedoch noch nichts», relativiert Nay.

Andere Städte in der Schweiz anzufliegen, kommt für Bmi nicht in Frage. Mehrere schottische Metropolen werden bereits durch Easyjet von Genf aus angeflogen – eine Konkurrenz, der man sich bei Bmi Regional nicht stellen möchte. Mit einer Ausnahme: Bmi Baby bietet jedes Jahr von Mitte Dezember bis Ostern saisonale Flüge von Genf nach Cardiff, Birmingham, Manchester und East Midlands an, eine Verbindung, die vornehmlich von britischen Skitouristen genutzt wird.

Der Fokus der bmi Mainline dürfte ohnehin nicht im Kurzstreckenbereich liegen. So hat Britanniens zweitgrösste Fluggesellschaft gerade je fünf A330 beziehungsweise A321 bestellt, die ab nächstem Frühling geliefert werden sollen. Im Februar 2007 akquirierte Bmi die British Mediterranean Airways (Bmed), die zuvor Franchisepartner von Konkurrentin British Airways war. Bmed hat zwar keine Feriendestinationen im Angebot, fliegt jedoch  lukrative Wirtschaftsdestinationen an (18 Rohstoff- und Ölfördergebiete). Mit der aufgestockten Langstreckenflotte plant Bmi einen neuen Langstrecken-Hub in London aufzubauen. Zurzeit starten die Langstreckenflüge ab Manchester. «Wir setzen grosse Hoffnungen in das Open-Sky-Abkommen», skizziert Nay die Zukunft der Bmi.

Pascale Marder