Sam Heine, der Commer-cial Manager Switzerland & Austria von British Airways, war letzte Woche erstmals am TTW dabei letztes Jahr hatte er seine Stelle in Zürich erst kurz nach dem TTW angetreten. Der Däne ist sowohl mit seinem Job als auch mit dem TTW zufrieden: «Ich habe in der Schweiz ein tolles und eingespieltes Team, bei dem es noch keine Wechsel gegeben hat. Wir haben schöne, moderne Büros. Mein Deutsch wird immer besser. Ich hoffe, wie mein Vorgänger neun Jahre in der Schweiz bleiben zu können.» Trotz dem schelmischen Lachen wird klar, dass Heine dies ernst meint.
Am TTW hat der erfahrene Airliner zahlreiche Kontakte pflegen und neue knüpfen können. Dass er sich nicht auf Erreichtem ausruht, wird schnell klar: British Airways hat den grössten TTW-Stand seit geraumer Zeit. Zahlreiche Gäste ruhen entspannt im mitgebrachten Luxussitz: «Es hat einiges gekostet, den Club-World-Sitz nach Montreux zu bringen, doch so haben zahlreiche Branchenpartner dieses wichtige Verkaufsargument sehen und testen können», erklärt Heine.
Die neue Club World, oder im Prinzip das ganze Premium-Angebot von British Airways, tragen wesentlich dazu bei, dass die Anzahl Premium-Kunden auch und gerade in der Schweiz weiterhin wächst. Dazu Heine: «Die neue Business-Class und das enorme Netzwerk von British Airways haben die Probleme, etwa in Heathrow, mehr als wettgemacht. Im Winter steigerten wir den Premium-Kundenanteil im zweistelligen Prozentbereich, dies vor allem auf der Langstrecke.»
Mit der Eröffnung des Terminals 5 in Heathrow dürfte dieser Anteil weiter wachsen (siehe Box unten). Und die nächsten Pfeile im Köcher sind bereit: BA wird laut Heine 2008 eine neue First Class ankündigen, welche 2009 in den Flugzeugen eingebaut wird.
Die Flottenerneuerung ist ebenfalls schon in konkreter Planung. Die 12 bisher bestellten A380 werden aber erst ab 2012 ausgeliefert; da der Lebenszyklus einer Flugzeugklasse inzwischen vier bis sechs Jahre beträgt, könnte bis dahin auch die Club World bereits wieder überholt sein trotz der Investition von sagenhaften 100 Mio. Pfund, was sich laut BA auszahlt.
Damit nicht genug: British Airways Schweiz wird bald ein «verbessertes Angebot nach London-City» kommunizieren; was damit genau gemeint ist, verrät Heine natürlich noch nicht. Fakt ist: Die im Frühjahr lancierten Flüge ab Zürich nach London-City stiessen auf grosse Nachfrage; allerdings waren die Flugzeiten eher an den britischen (Geschäfts-)Passagieren ausgerichtet. Dies dürfte ab Sommerflugplan 2008 anders sein. Es kann aber auch mit einer Erhöhung der Frequenzen gerechnet werden.
Anlass zur Sorge gibt aktuell nur der Triebstoffpreis, der mittlerweile bei 91 Dollar pro Barrel angelangt ist. Bei BA haben sich die jährlichen Fuel-Ausgaben innert drei Jahren von 1,4 Mia. auf 2,2 Mia. Pfund erhöht. Die nächste Fuel-Taxerhöhung wird absehbar letztes Mal erhöhte BA vor vier Monaten die Fuel-Tax. Dazu Heine: «Unsere Kostensenkungserfolge werden von der FuelPreiserhöhung weggefressen. So müssen wir letztere dem Kunden weitergeben, um weiter verdienen und investieren zu können.»
Kosten gesenkt wurden etwa bei den GDS, bisher rund 5 Mio. Pfund pro Jahr. Das Angebot ist allerdings nicht eingeschränkt worden, und Heine merkt an, dass für die nächsten drei Jahre sämtliche BA-Tarife für Schweizer Kunden auch im GDS buchbar sind. Obwohl der Direktverkauf (Online/Telefon) wächst und schon 30% des Umsatzes ausmacht, will BA die Reisebranche als wichtigen Partner klar unterstützen
Jean-Claude Raemy
Terminal 5: Neue Dimension in Heathrow
Am 27. März wird Terminal 5 in London-Heathrow eröffnet. Rund 30 Mio. Passagiere werden ab dann allein im neuen Londoner Zuhause von British Airways abgewickelt. «Terminal 5 alleine wird der fünftgrösste Airport Europas sein»,
sagt Sam Heine, der neulich sichtlich beeindruckt von einer Sneak-Preview zurückkam.
Das grösste freistehende Gebäude Grossbritanniens wird über eine hochmoderne Gepäckbeförderungsanlage, sieben Lounges, eine eigene Bahnstation (Metro/Heathrow Express), 96 Self-Service-Check-in-Automaten, 140 Kundenschalter und 550 Flughafenfahrzeuge verfügen. Hinzu kommen natürlich Unmengen Shops und Restaurants. Insgesamt 12000 Personen wechseln in Heathrow ihren Arbeitsort.
British Airways wird 90% der Flüge im Terminal 5 abwickeln, die restlichen 10% in der Regel die Codeshares mit Oneworld-Partnern weiterhin ab Terminal 3. Der wesentliche Vorteil von Terminal 5: Die Transferzeiten werden sich auf eine Stunde (von bisher 1h15) reduzieren. Nur in der Startphase wird die Transferzeit noch leicht verlängert sein.
JCR



