Chinesische Carrier entdecken die Schweiz (Ausgabe 2007-46)

Alles deutet auf weitere direkte China-Flüge hin. Shanghai und Peking scheinen gesetzt zu sein.

2008 wird nicht nur Swiss ab Mai die Schweiz mit Shanghai verbinden, sondern auch Shanghai Airlines. Laut Simon Bosshart, Chef des zehnköpfigen Teams von Schweiz Tourismus in China, plant Shanghai Airlines per Sommerflugplan 2008 die Aufnahme einer direkten Flugverbindung nach der Schwesterstadt Hamburg, die an fünf Tagen angeboten werden soll. Dieser erste interkontinentale Flug der Gesellschaft, die bisher Europa nur mit Cargoflügen bedient, soll an zwei Tagen nach Zürich verlängert werden, an den anderen drei Tagen soll Wien angeflogen werden.

Shanghai Airlines wird am 1. Dezember zusammen mit Air China offiziell in die Star Alliance aufgenommen. An diesem Datum soll mit der Präsenz von zwölf Flugzeugen bestehender Allianz-Mitglieder das Ereignis in Peking gebührend gewürdigt werden. Nach China Southern (Skyteam) sind damit zwei weitere der fünf grossen chinesischen Airlines Mitglied einer globalen Allianz. Eastern Airlines (an der SQ seit Kurzem 25% hält) und Hainan Airlines, die ihre Pläne Genf anzufliegen dem Vernehmen nach nicht realisieren wird, bleiben gegenwärtig noch aussen vor.

Der ab Mai 2008 geplante LX-Flug nach Shanghai wird gemäss Yang Shao, dem Schweiz-Vertreter von Air China, nicht im Codeshare mit Swiss geführt. Air China plant laut Shao dagegen, ab April 2009 täglich Peking mit Zürich mit einem A330 oder einer B787 im Codeshare mit LX zu verbinden. Shao zur Situation von Air China in der Schweiz: «2007 werden wir rund 12000 Passagiere aus der Schweiz vor allem via Frankfurt und Paris – von wo die neuen C- und First-Produkte regelmässig zum Einsatz kommen – nach China befördern. Dies sind in der Economy Class rund 40%, in den beiden anderen Klassen rund 100% mehr als im Vorjahr.» Bereits im Sommer 2008 wird Berlin als achte europäische Destination neu und täglich angeflogen. Frankfurt erhält einen dritten täglichen Flug. 

Laut Simon Bosshart entsprechen diese zusätzlichen Plätze nach der Schweiz einem echten Bedürfnis: «Auch die Eco-Plätze dürften vor allem ex China gefragt sein.» LX-Geschäftsleitungsmitglied Harry Hohmeister hatte noch vor Jahresfrist darauf hingewiesen, dass China-Flüge vor allem wegen der mangelnden Nachfrage nach Eco-Plätzen ein kommerzielles Risiko dar-stellten. Dies dürfte jedoch nach Meinung von China-Experten nur für die – teurer zu verkaufenden – Sitze aus der Schweiz heraus gelten.

Peter Kuhn, Kunming