Nach fünf Jahren führte Lufthansa (LH) zum zweiten Mal einen
Qualitätstag durch. Rund 80 Medienvertreter aus 20 Ländern wurden nach
Frankfurt eingeflogen, um ihnen im neu erbauten Hangar für den A380
aufzuzeigen, dass sich Qualität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht
ausschliessen, bei Lufthansa oberste Priorität geniessen und für den
Erfolg eines Unternehmens unabdingbar sind.
«Qualität ist Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs», erklärte Wolfgang
Mayrhuber, LH-Vorstandsvorsitzender, zum Auftakt des eintägigen
Workshops. Qualität sei messbar am Produkt, an den Mitarbeitern und
an der Nachhaltigkeit. Mayrhuber: «Der Gesamt-Zusammenhang von Ökonomie
und Ökologie macht die Attraktivität eines Unternehmens erst aus.
Qualität ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.»
Bei der Ökologie habe Lufthansa riesige Fortschritte erzielt und man
habe sich noch mehr vorgenommen. Als Beispiel nennt Mayrhuber unter
anderem die Flottenpolitik. Mit modernen, ökonomisch sinnvollen
Flugzeugen darunter auch der A380, von dem die Lufthansa im 4.
Quartal 2009 die erste von 15 Maschinen ausgeliefert bekommt ,
kombiniert mit Preisanpassungen und einem Kerosin-Hedging, könne man
einen effizienten, wirtschaftlichen Flugbetrieb gewährleisten. Heute
rechnet Mayrhuber mit einem Kerosinverbrauch von 4,3 Litern pro
Passagier und 100 Kilometer Flug. Beim A380 sind es gerade mal noch
3,4 Liter. «Und diese Entwicklung geht weiter», so der LH-Chef.
Derzeit verfügt der LH-Konzern über eine Flotte von gut 500 Flugzeugen.
Aktuell sind Bestellungen von gegen 180 Maschinen im Wert von 14
Milliarden Euro platziert, die in den nächs-ten vier bis fünf Jahren
ausgeliefert werden. Im Durchschnitt erhält LH jeden Monat ein neues
Flugzeug mindestens so wichtig sei aber auch die Pflege und die
Umsetzung technischer Verbesserungen bei der aktuellen Flotte, wie
Flottenchef Nico Buchholz erklärt. «Unsere Maschinen sind bei einem
Durchschnittsalter von 10 Jahren auf dem letzten technischen Stand.»
Ein «Single European Sky» wäre laut Mayrhuber das mit Abstand
wirksamste Klimaschutzprogramm. Nationale Interessen verhinderten
bisher eine Einigung. Mayrhuber: «Einen Meter ab Boden hört Schengen
auf.» Trotzdem optimiert Lufthansa wo immer möglich ihre Flugrouten.
Zum Beispiel wurde von den chinesischen Behörden unter dem Namen «L888»
im Herbst 2000 eine Alternativroute nach Bangkok aufgelegt. LH hat
zusammen mit der IATA diese Route weiterentwickelt und eine Nutzung für
Hongkong und Guangzhou ermöglicht. LH spart trotz einiger
Modifikationen an den Flugzeugen dadurch jährlich rund 3000 Tonnen
Treibstoff und reduziert damit den CO2-Ausstoss um 9500 Tonnen.
Lufthansa sei es gelungen, das Verkehrswachstum von den
Umweltbelastungen zu entkoppeln, so Mayrhuber. Seit 1991 habe LH die
Hälfte des Ver-kehrswachstums ohne eine Zunahme
von CO2-Emissionen gestalten können.
«Mit der 4-Säulen-Strategie steht uns ein wirksames und umfassendes
Konzept zur Verminderung von Emissionen zur Verfügung. Unser
strategisches Umweltprogramm zur Sicherung der Mobilität zeigt
deutlich, dass wir uns auch in Zukunft unserer Verantwortung für
Umwelt- und Klimaschutz stellen, was wiederum zum hohen
Qualitätsstandard des gesamten LH-Produktes beiträgt», resümierte
Mayrhuber in Frankfurt.
Trotz aller Einsparungen, Effizienzsteigerungen und umweltbewusster
Flottenpolitik: Auch die Lufthansa-Vertreter bestritten nicht, dass das
Fliegen grundsätzlich teurer werden wird.
Urs Hirt, Frankfurt
Umweltleitlinien der Lufthansa
CO2-Emissionen reduzieren
Ausstoss von Stickoxiden verringern
Flotte modernisieren
Alternative Kraftstoffe fördern
Effizienz im operativen Bereich steigern
Infrastruktur verbessern
Emissionshandel global umsetzen
CO2-Kompensation fortführen
Weitere Anreizsysteme entwickeln
Fluglärm vermindern
Flugzeuge verbessern
Flugverfahren optimieren
Umfassende Verkehrskonzepte
entwickeln
Ökologisch bauen
Umweltmanagement erweitern
