Gründer von Legends Travel sind zuversichtlich (Ausgabe 2007-03)

Die CD-ROM mit den Angeboten wird in diesen Tagen verschickt.

Vor fast exakt drei Monaten eröffnete das Büro von Legends Travel an der Zürcher Klosbachstrasse. Daniel Stöckli (ex Airpass) und Andy Wehrli (ex Tropic- und Soleytours) hoben den Spezialisten für den Indischen Ozean, der auch ein Retailer ist, aus der Taufe.

Ein Augenschein in den Büroräumlichkeiten zeigt schnell, für wen man sich im Retailing als Prioritätspartner entschieden hat: Kataloge von TUI und Flex Travel stehen in der Auslage. «Da mehrere Familienmitglieder bei TUI angestellt sind, hätte man mir eine andere Wahl nicht verziehen», scherzt Stöckli.

Ohnehin sind die beiden guter Dinge. «Der Geschäftsverlauf entspricht unseren Erwartungen», erklärt Stöckli, ohne genaue Details preiszugeben, «wir hatten im November viele schöne Buchungen, erfreulicherweise vor allem für den Indischen Ozean.» Man werde also tatsächlich als Spezialist wahrgenommen. Dass auch andere Destinationen verkauft werden, bezeugen die Kataloge von anderen Spezialisten wie Brasa Reisen, Cuendet oder Dreamtime in der Ablage. Allerdings sei das Verkaufsniveau für diese noch relativ tief. Angst davor, dass Kunden, die etwa nach Griechenland wollen, nicht bei ihnen buchen, haben Stöckli und Wehrli nicht: «Wir werden uns gut im Quartier verankern, so dass wir auch als Retailer mit globalem Angebot wahrgenommen werden», erklärt Stöckli. Dafür wurde schon mit der Lokalpresse Kontakt aufgenommen, und Mund-zu-Mund-Propaganda ist eine Frage der Zeit. Die ersten Kunden sind inzwischen von ihren Ferien zurückgekehrt. Richtig wohl fühlen sich die beiden dennoch eher, wenn es um den Indischen Ozean geht. Dieses Gebiet kennen sie wie ihre Westentasche, sie kennen die Receptives gut, ja sogar die Guest Relations vor Ort beim Vornamen.

Sie kennen aber auch andere Gebiete gut: Ab Februar ergänzen Angebote in den Emiraten, in Oman und Katar das eigene Angebot, und ab Juli kommen noch Angebote in Jordanien und im Südlichen Afrika (Südafrika, Botswana, Namibia, Mosambik) hinzu. Dann ist aber Schluss. «Diese Gebiete kennen wir sehr gut, sind dafür also wirklich Spezialisten», meint Wehrli, «ein weiterer Ausbau des Portfolios würde nur unser Spezialistenimage verwässern.»

Nach dem langsamen Start – Stöckli war bis Mitte Oktober noch Airpass-Geschäftsführer – soll Legends Travel nun 2007 richtig durchstarten. Wesentlich dafür: die Fertigstellung der Website, was bis auf Details vollzogen ist, sowie die Lancierung der eigenen Veranstalterangebote. Die CD-ROM, welche einer 20-seitigen, thematisch gegliederten Imagebroschüre beigelegt wird, ist inzwischen fertig und wurde letzte Woche an ausgewählte Reisebüropartner verschickt. Der Inhalt: zahlreiche namhafte Hotels auf den Seychellen, auf Mauritius, La Réunion, den Malediven, Sri Lanka und Madagaskar und Flugverbindungen mit allen wesentlichen Airlines – aber keine Charter. Die CD-ROM ist ein Arbeitswerkzeug mit vielen nützlichen Tipps und den Preisangaben und wird, wie ein Katalog, zwei Mal im Jahr verschickt. Die Produktion klassischer Kataloge steht nicht zur Diskussion.

Die Angebote sind nämlich auch auf der Website ersichtlich, und mittels interaktiver Suchabfrage findet jeder ein geeignetes Angebot. Eine Online-Buchbarkeit gibt es nicht; diese sei aber geplant. Eine direkte Buchbarkeit für Reisebüros, etwa über Tourdata, gibt es auch noch nicht. «Bislang wird telefonisch gebucht», so Wehrli. Auf der Webpage sei aber ein Livechat-Button geplant, mit dem Reisebüros sofort in Echtzeit schriftlich mit Legends kommunizieren können. Bereits jetzt kann Wehrli verfolgen, wer wo auf der Homepage surft, und dieser Person gleich ein Mail schicken.

Die Ziele für 2007 sind klar: Marke aufbauen, Akzeptanz bei Reisebüros erzeugen, Kosten in den Griff kriegen. Die wesentlichen Investitionen wurden 2006 getätigt. Die Kundengeldabsicherung (Swiss Travel Security) liegt vor. Auch Dokumentmappen und Kofferetiketten, die in Mauritius hergestellt wurden, sind vorhanden. Eine IATA-Lizenz wurde nicht beantragt – bei den erwarteten Flugverkaufsvolumen arbeite man lieber mit einem Broker (Flex Flight Center) zusammen.

Jean-Claude Raemy

Anfangs 15% Kommission für Reisebüros

Grundsätzlich gewährt Legends Travel 12% Kommission auf alle Angebote und Zuschläge (mit Ausnahme der Flughafentaxen). «Einzelne Reisebüros haben – teils schon mehrmals – eine Reise von Legends Travel gebucht», erklärt Andy Wehrli nicht ohne Stolz. Dennoch ist man noch weit vom Sollziel entfernt.
Deshalb gewährt Legends Travel noch bis Ende Februar für jede Buchung 15% Kommission. Bei den teils hochpreisigen Angeboten im Indischen Ozean durchaus interessant. Zudem sollen
Reisebüros im Februar zu einem «Open House Apero» nach Zürich eingeladen werden.
Auch über die Progression wurde bereits entschieden: «Ab 50000 Franken Umsatz gewähren wir ein Prozent mehr Kommission», erklärt Daniel Stöckli; weitere
Progressionsstufen seien vorerst noch
Zukunftsmusik.
Optimistisch ist man allerdings schon: Im Büro an der Klosbachstrasse hat es Platz für bis zu fünf Mitarbeitende, und IT-mässig sei man «für bis zu 20 Personen» bereit, wie Stöckli schmunzelnd anfügt.

JCR