Reisebüros und Veranstalter klagen gegen die IATA

Vorschriften des Airline-Verbands würden den Wettbewerb verzerren.
©TRAVEL INSIDE/CD

Der europäische Reisebüro- und -veranstalterverband ECTAA klagt gegen den Airline-Verband IATA wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Dabei geht es um die von der IATA für Reisebüros festgelegten Regeln bei Verkauf von Flugtickets, während die Fluggesellschaften selber zu ihren direkten Konkurrenten geworden sind. Der Verband verlangt gleich lange Spiesse für Reisevermittler und Airlines beim Verkauf von Flugtickets.

Im Visier steht das IATA Passenger Agency Programme (PAP). Dieses sei einseitig von den Airlines via die IATA erlassen worden und bringe den Reisevermittlern primär restriktive Regeln und höhere Kosten, wenn sie weiterhin mit der IATA-Zertifizierung arbeiten wollen. «Die Reisebüros werden irgendwann den Flugticketverkauf aufgeben. Diese Betriebsvorschriften werden von ihren Konkurrenten, den Fluggesellschaften, vorgegeben», sagt Michel de Blust, Generalsekretär von ECTAA auf tourmag.com.

Die Reisevermittler hätten keinerlei Entscheidungsbefugnisse, wenn es um die Festlegung der Regeln geht, beklagt ECTAA. Das entscheidende Gremium, die IATA Passenger Agency
Conference ist ausschliesslich mit Airline-Vertretern besetzt, die einseitig über die Regeln des Programms bestimmen. «Das ist ein Kartell, das kann man nicht anders sagen», erklärt de Blust von ECTAA. (TI)