Hotelplan glänzt nur international (Ausgabe 2008-03)

Während im Geschäftsjahr 2006/07 insgesamt ein Rekordergebnis erzielt wird, erreichen Hotelplan Schweiz und Travelhouse die gesteckten Gewinnvorgaben nicht.

Obwohl an der Bilanzpräsentation vor Wochenfrist mehr über die
Reorganisation in der Schweiz gesprochen wurde, ging es offiziell um
die Finanzergebnisse der Hotelplan Gruppe für das letzte Geschäftsjahr
(1. November 2006 bis 31. Oktober 2007). Noch nie in ihrer 72-jährigen
Geschichte konnte die Reisetochter des Migros Genossenschafts-Bundes
ihre Resultate so schnell vorlegen. Der revidierte Jahresabschluss lag
gerade mal fünf Wochen nach dem Ende der Rechnungsperiode vor.

Das Schweiz-Geschäft interessierte die Journalisten natürlich brennend,
weil sich auch Hotelplan Schweiz und Travelhouse zuletzt im
Massengeschäft schwer getan haben und an Marktanteilen eingebüsst haben
dürften – warum es nun zur Zusammenfassung unter Migros Travel
Switzerland kommt.

Die zentrale Frage war: Haben Hotelplan Schweiz und Travelhouse Geld
verloren? Darauf gab Christof Zuber (CEO) zwei Antworten – einmal:
«Nein, Hotelplan Schweiz hat eine schwarze Zahl geschrieben.» – und
einmal keine. Es muss folglich davon ausgegangen werden, dass
Travelhouse die Gewinnschwelle nicht erreicht hat. Philipp Manser (CFO)
meinte, dass sowohl Hotelplan Schweiz als auch Travelhouse die
EBIT-Ziele nicht erreicht haben.

Die Schweizer Geschäftseinheit entspricht mit CHF 933,2 Mio.
mittlerweile knapp unter der Hälfte des konsolidierten Gesamtumsatzes
der Gruppe, für die letztes Jahr 2749 Mitarbeitende tätig waren, davon
alleine 1565 bzw. über die Hälfte für Hotelplan Schweiz und Travelhouse
(exklusive Belair).

Erfreulicher ist 2006/07 für die gesamte Firma gelaufen, die neben dem
Heimmarkt noch in Grossbritannien und Italien operativ ist: «Wir haben
ein Rekordergebnis erreicht», sagte Manser. Dies gilt primär für das
Unternehmensergebnis: Die Gruppe konnte ihren Gewinn um 113,5% auf CHF
68,2 Mio. steigern bzw. mehr als verdoppeln – wozu vor allem die
ausländischen Gesellschaften beigetragen haben. Auch die Veräusserung
weiterer Hotels hat Geld eingebracht. Horizonte besitzt noch eine
Anlage in Frankreich.

Aber nicht nur das Unternehmensergebnis, sondern auch das
Betriebsergebnis (EBIT) bewegt sich laut Manser auf Rekordhöhe – sowohl
mit als auch ohne Einmaleffekte, sprich unter Berücksichtigung von
Portfoliotransaktionen, bei denen die Zu- und Verkäufe wie die
Übernahme von Travelhouse ein- bzw. ausgeschlossen sind. Daraus lässt
sich schliessen, dass man die operative Leistungskraft im letzten
Geschäftsjahr markant gesteigert hat.

Im Gegensatz zu Hotelplan Schweiz und Travelhouse glänzen Hotelplan
Italia und Hotelplan Great Britain jeweils mit einem EBIT auf
Rekordniveau. Beide Länder sind signifikant gewachsen. Den Erwartungen
bezüglich des EBIT entsprochen haben Interhome und Travelwindow.
Während Europas grösster Ferienhausvermittler aus einer langen
Stagnationsphase zum Umsatzwachstum zurückgefunden hat, glänzt das
kleine Schweizer Reiseportal mit einem starken Plus inklusive der
ersten Umsatzmillion im Ausland.

Der Gesamtumsatz der Gruppe erreichte fast wieder die Marke von CHF 2
Mia. – damit liegt man nur noch CHF 300 Mio. unter dem Rekord von CHF
2,3 Mia. aus dem Geschäftsjahr 2000/01.

Norman C. Bandi