Wie im Langstreckenbereich ist es auch bei der Kurzstrecken-Flugplanung der wichtigsten Tour Operators für den kommenden Winter nicht zu Sensationen gekommen. Klare Tendenzen sind in zwei Bereichen aber nicht von der Hand zu weisen. Erstens: Im Kurzstreckenbereich kommt in der Schweiz niemand an Air Berlin (AB) vorbei. Und zweitens: Der Begriff Charter- oder Bedarfsfluggesellschaft verliert immer mehr an Bedeutung. Mit ihrem geschickt ausgearbeiteten Streckennetz wird AB immer mehr zum marktbestimmenden Player für Ferienflüge in Zürich und in Basel. In Zürich scheint Air Berlin der Schweizer Charterfluggesellschaft Edelweiss (EDW) den Rang abzulaufen. Mit der permanenten Stationierung einer eigenen Maschine auf dem Basler Euro-airport will sich AB auch dort zum Leader entwickeln und vor allem Tuifly die Stirn bieten. Anscheinend setzen die Tour Operators grosses Vertrauen in den neuen Player. Ob diese Entwicklung auch von den Kunden geschätzt wird, kann niemand voraussehen. Abgerechnet wird erst Ende Saison.
Vorauszusehen ist aber, dass Helvetic Airways und Hello grosse Mühe haben werden, ihre Maschinen mit Schweizer Kunden zu füllen. Kein grosser TO hat diese kleineren Airlines in der Planung. Bei Hello könnte die Zurückhaltung der TOs eher bei den etwas in die Jahre gekommenen MD-90 liegen. Bei Helvetic kann man noch überhaupt keinen Flug für den kommenden Winter buchen. Ob dies nur mit der Überarbeitung des Flugprogramms erklärt werden kann, ist zu bezweifeln. Doch auch andere, ausländische Chartergesellschaften wie Iberworld, Futura oder Spanair, die noch letzte Saison eine Art Lückenbüsser spielten, werden es schwer haben, wieder ab Schweizer Boden zu fliegen.
Der Begriff Charter- oder Bedarfsfluggesellschaft verschwindet langsam vom helvetischen Himmel. AB-Verkaufsleiter Stefan Gutknecht betont immer wieder, dass AB keine Vollcharter anbieten werde. Kapazitätsprobleme kann AB mit dem Direktverkauf regulieren. Hotelplan-Tochter Belair fliegt mit AB-Code, es sei denn, fehlende internationale Vereinbarungen würden die Verwendung des Belair-Codes nötig machen so wie dies nach Ägypten oder Marokko der Fall ist. Auch Edelweiss orientiert sich immer mehr am offenen Markt. Für Kuoni fliegt die Tochter diese Saison nur einmal exklusiv nach Hurghada. Auf den restlichen EDW-Flügen werden die Plätze mit anderen TOs geteilt oder direkt übers Internet angeboten.



