Hinter der Ernennung von Paul Egli zum General Manager Switzerland von MSC Cruises steckt mehr als eine Karrieremeldung. Es geht um die Neupositionierung und Stärkung der Cruise-Aktivitäten eines Players, der noch einiges bewegen will.
Das Expansionstempo, das MSC Cruises vorlegt, ist tatsächlich atemberaubend. Aus einem
Anbieter, der sich noch vor wenigen Jahren mit einigen Secondhand-Schiffen als Nischenplayer positionierte, ist einer der grossen Treiber in der europäischen Cruise-Industrie geworden. Die Reederei verfügt derzeit über eine Flotte von acht Schiffen; bis 2010 werden es zwölf Einheiten sein, darunter zwei 133000 BRZ-Gigaliner.
Hinter dieser Entwicklung steht die in Genf beheimatete Reederei MSC des italienischen Unternehmers Gianluigi Aponte. Der einstige Kapitän ist Eigner der heute zweitgrössten Container-Reederei der Welt. Mit über 320 Schiffen wird ein Umsatzvolumen von rund 4,5 Milliarden Franken erzielt. Kreuzfahrten wurden bei MSC lange als Hobby nebenbei betrieben jetzt richtet sich die Potenz des Unternehmens auch auf den Aufbau dieses Zweiges.
Dies spiegelt sich in der Vermarktung von MSC Cruises in der Schweiz. Die mit dem Container-Geschäft gross gewordene und unter der Führung von René Mägli rasant wachsende MSC Agency in Basel betrieb den Verkauf von MSC Kreuzfahrten bisher parallel zum Kerngeschäft. Von über 100 MSC-Angestellten kümmern sich 17 um die Kreuzfahrten. Diese Konstellation eines kombinierten Fracht- & Cruise-Büros war für MSC übrigens weltweit einmalig und wird nun angepasst.
Mit der Neupositionierung der Cruise-Aktivitäten unter Paul Egli (MSC Cruises Switzerland) wird sich René Mägli (MSC Agency) wieder ganz auf das jährlich um rund 25% wachsende Container-Geschäft konzentrieren können. MSC Cruises, wo man derzeit im Vergleich zum Vorjahr ein Pax-Wachstum um 42 Prozent meldet, wird andererseits durch die Verselbständigung unter einem General Manager ohne Zweifel an Dynamik und Durchschlagskraft gewinnen. Mit Paul Egli konnte nämlich eine zielorientierte Führungskraft verpflichtet werden, die seinerzeit in der Schweiz bereits das rasante Wachstum von Festival Cruises durchpaukte.



