Mehr Aufmerksamkeit für die Kleinen (Ausgabe 2007-42)

Urs Hirt über das neue Kommissionsmodell von Hotelplan Schweiz

Es war nur eine Frage der Zeit, bis das Kommissionierungsmodell von Hotelplan Schweiz aufgrund der Übernahme von Travelhouse angepasst würde. Das jetzt präsentierte Modell der Migros-Tochter enthält in der Tat Neuheiten.

Der Umsatz, den ein Retailer bei Travelhouse generiert, wird neu mit dem Hotelplan-Umsatz kumuliert. Dieser Gesamtumsatz entscheidet über die Einstufung in die Hotelplan-Agenten-kategorie im Folgejahr. Damit sendet Hotelplan eine klare Message an die Retailer: Jetzt lohnt es sich noch mehr, die Produkte beider Unternehmen zu verkaufen.

Aufhorchen lässt diese Aussage von Silvana Ripa, Leiterin Marketing und Vertrieb Travelhouse: «Ein überaus attraktives Modell, von dem endlich auch kleinere Büros profitieren können.» Damit gibt sie zu, dass diese bis anhin wohl etwas benachteiligt wurden. In der Tat ist das neue Modell besonders für kleinere und mittlere Reisebüros interessant. Da die Umsatzlimiten für C- (CHF 200000) und B-Agenturen (CHF 400000) auch für 2008/09 beibehalten werden, dürften etliche dieser Reisebüros im nächsten Jahr in eine höhere Stufe aufsteigen. Damit verbunden wird ein nicht zu unterschätzender Mehrverdienst sein.

Chancen für eine höhere Einstufung gibt es aber auch für die grossen Reisebüros. Obwohl für
A- und Top-Agenturen die Umsatzlimiten für das Jahr 2008/09 um je CHF 100000 nach oben angepasst werden, dürfte es vor allem einigen A-Agenturen nicht schwer fallen, die Kategorie Top-Agentur zu erreichen. Die Erhöhung um CHF 100000 entspricht genau dem geforderten Minimalumsatz von Travelhouse.

Das neue Kommissionsmodell wirkt schlank, einfach und verständlich. Vergleicht man es mit jenem von Kuoni Schweiz, ist es durchaus konkurrenzfähig und dürfte zumindest aus ökonomischen Gründen bei den Agenten auf offene Ohren stossen. Die Zielvorgaben dürften ohne grosse Probleme zu erreichen sein. Die Palette von TUI Suisse ist etwas anders gelagert, das Kommissionsmodell nicht unbedingt vergleichbar.

Einen Entscheid nimmt das neue Modell den Reisebüros jedoch nicht ab: Sie werden sich auch in Zukunft überlegen müssen, bis zu welchem Umsatzlevel sie einen Anbieter forcieren möchten, um einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen und gleichzeitig eine möglichst breite Palette an Produkten anbieten zu können.