Die neue Single der Berner Mundartband «Züri West» hat aktuellen
Symbolcharakter für die Schweizer Reisebranche. Der Refrain des Liedes
lautet: «i hocke u hocke; i dänke u dänke; probiere, probiere; Fische
versänke; es glingt mr nid; nei es glingt mr nid…» Es steht dafür,
dass man manchmal einfach nicht weiterkommt.
Was das mit Migros Travel Switzerland zu tun hat? Es steht die nächste
Neuausrichtung an wobei Christof Zuber, CEO der Hotelplan Gruppe, sie
nicht als Reorganisation verstanden haben will. Es ist aber die vierte
den Verhältnissen angepasste Struktur in den letzten zwei Jahren.
Zuletzt hat Peter Spring am 17. Juli 2007 seine neue Organisation
präsentiert. Dies nach dem Abgang von Stefan Helsing als Leiter
Touroperating, der seinerseits zwei neue Organigramme ausgearbeitet
hatte, inklusive seiner Matrix.
Nun soll es ein Dachkonstrukt richten, unter dem Hotelplan Schweiz und
Travelhouse zusammengeführt werden und gleichzeitig die
Veranstaltermarken nach Kundensegmenten gegliedert werden. Dieser
Schritt wurde am 11. Januar 2008 sechs Monate nach dem letzten
Kurswechsel extern und intern kommuniziert. Vor allem machte die
Runde, dass nun total fünf ehemalige Kuoni-Manager die neue Migros
Travel führen und zum profitablen Marktführer machen sollen. Das letzte
Geschäftsjahr, das am 31. Oktober 2007 zu Ende gegangen ist, hat man in
der Schweiz bescheiden abgeschlossen. Während Hotelplan Schweiz knapp
die Gewinnzone erreichte, schätzt TRAVEL INSIDE den Verlust bei
Travelhouse auf rund 4 Millionen Franken.
Bei der Basis sorgt all dies gehörig für Verwirrung. So ist zu
vernehmen, dass nicht mal gestandene Product Manager verstanden haben,
wie die neue Struktur zu deuten ist, weil darin zu viele personelle
Details noch nicht geklärt sind. Wer möchte nicht gerne wisen, was er
künftig zu tun hat. Und weiter unten in der Hierarchie heisst es, dass
es nun die «Kuoni-Jungs» richten müssen, weil es die «Hotelplänler»
nachweislich nicht selbst fertig gebracht haben, den Turnaround zu
schaffen. Ein erster klarer Beleg dafür ist die Entmachtung von Peter
Spring als CEO von Hotelplan Schweiz.
Man darf gespant sein, wer im Glashaus unter den früheren Machern von
der Neuen Hard arbeiten darf, muss und/oder will. Teile der Belegschaft
reagierten schockiert. Andere wiederum freuen sich auf die neue
Dynamik. Vorderhand gilt es das aufgegleiste Sommerangebot gut zu
verkaufen. Die neue Kuoni-Welt bei HP wird sich erst ab Winter 2008/09
manifestieren.
