«Die traditionellen Reiseklassen könnten ersetzt werden» (Ausgabe 2014-28)

Bei der Swiss tut sich derzeit einiges – CCO Thomas Binkert erklärt die Trends.

Herr Binkert, Swiss hat One-Way-Tarife nach Genf nun auch in Zürich eingeführt. Ist dies in naher Zukunft auch in Basel zu erwarten?

Eine transparente und einfach nachvollziehbare Preisgestaltung ist ein grundlegendes Kundenbedürfnis in allen Märkten. Entsprechend schauen wir uns die Entwicklung mit dem Tarifsystem in Genf und auch die Entwicklung mit dem neuen Pricing-Konzept in Zürich sehr genau an. Es steht noch nicht genau fest, wann und wie ein neues System auch auf Basel anwendbar wäre.

Transparent? Der Vertrieb sagt doch eher, dass aktuelle Tarif- und Produktstrukturen viel zu kompliziert seien.

Unsere neue, stark vereinfachte Preisstruktur zu vielen Destinationen in Europa ist eine Massnahme, die eine Vereinfachung und Transparenz bringen wird. Die Einstiegspreise werden tiefer und die Upsell-Schritte kleiner sein. Die Maximalaufenthalte und Umbuchungsbedingungen sind weitgehend standardisiert und die unterschiedlichen Minimalaufenthalte sehr stark vereinfacht.

Kommen durch die immer stärkere Segmentierung des Produkts neue Produktbegriffe im Airline-Bereich auf uns zu?

Unser Ziel ist es, mit unserem Angebot auf die unterschiedlichen Kundensegmente und -bedürfnisse einzugehen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die Einführung der individuellen «Swiss Choice Services». Es ist nicht auszuschliessen, dass die traditionellen Reiseklassen – insbesondere auf der Kurzstrecke – in Zukunft durch neue Bundles ergänzt oder ersetzt werden.

Stichwort Ancillaries: Zuletzt waren bezahlte Sitzplatzbuchung und «Upgrade bidding» ein Thema. Was kommt als Nächstes?

Wir schauen uns momentan verschiedene Services an, von denen wir wissen, dass sie dem Kundenbedürfnis entsprechen. Die Services müssen dem Kunden einen echten Mehrwert bieten. Dazu zählt z.B. die Möglichkeit, zusätzliches Gepäck oder ein Menü à la carte in Economy Class zu buchen. Einen Zeitplan für die Einführung weiterer Services gibt es momentan noch nicht.

Swiss will sich dem Vernehmen nach mehr mit touristischen Segmenten beschäftigen. Was heisst das?

Mit Edelweiss Air und ihrem Zweiklassen-Produkt auf der Langstrecke haben wir eine ausgezeichnete Plattform für Kunden im Leisure-Bereich innerhalb der Swiss-Gruppe. In Zukunft werden wir noch genauer prüfen, welche Plattform den Kundenbedürfnissen am besten für die jeweilige Destination entspricht.

Zuletzt noch: Wieso hält Swiss an Lugano fest?

Das Tessin mit dem «Catchment» Lugano ist ein wichtiger Markt für uns. Er erfüllt eine wertvolle Zubringer-Funktion und daher wollen wir als Airline der Schweiz für diesen Markt eine gute Anbindung an unser weltweites Streckennetz ab Zürich sicherstellen und ausbauen.

JCR