Skywork kommt nicht zur Ruhe (Ausgabe 2014-30)

Suche nach dem «Business Angel»

Nach dem zweiten CEO-Wechsel innerhalb von zehn Monaten gibt sich die Berner Skywork heute zurückhaltender denn je. So umfasste beispielsweise die Meldung zum CEO-Wechsel gerade einmal drei Zeilen. Und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – werden die Öfen in der Gerüchteküche stetig neu eingefeuert.

Fakt ist, dass verschiedene Projekte scheiterten. Die mit der deutschen MHS Aviation GmbH geschlossene «Mini-Ehe» verlief im Sand und wird wohl nie Früchte tragen. Das Vorhaben, die Skywork unter deutschem AOC fliegen zu lassen, war zu teuer – die dadurch erwartete Kosteneinsparung blieb ebenfalls Wunschdenken. Die zum gleichen Zeitpunkt angekündigten neuen Geldquellen versiegten ebenso schnell, wie sie angekündigt wurden. Aus-serdem waren verschiedene Interlining-Agreements in Planung, wirklich umgesetzt werden konnte aber keines. 

Noch bis vor kurzem hatte die Airline mit Aaretal einen eigenen Vertriebskanal. Durch den Verkauf des Reisezweiges hat die Airline diesen Exklusiv-Partner jedoch verloren und muss sich heute stärker denn je auf die Partner aus der Reisebranche verlassen. Doch diese haben das Vertrauen in die Berner Airline zum Teil schon vor längerer Zeit verloren. Hinzu kommt jetzt, dass der Flugradius der Dornier kleiner ist als jener der Dash. Dadurch sind z.B. auch Charterflüge wie jener von Xenotours nach Djerba in Frage gestellt. 

Skywork braucht nun eine Stabilität, die ihr eine nachhaltige Restrukturierung und Festigung der Strategie ermöglicht. Dafür benötigt die Airline frisches Geld. Und wer weiss, vielleicht ist mit der Familie Inäbnit schon ein neuer «Business Angel» gefunden. Walter Inäbnit, Bruder von Skywork-CEO Martin Inäbnit, ist VR-Präsident der Medizintechnikfirma Haag-Streit in Köniz, verfügt laut der «Bilanz» über ein Vermögen von CHF 1,25 Mia. und gehört damit zu den 300 reichsten Schweizern. Zudem hatte er mit der Air Engiadina schon früher einmal in eine in Bern stationierte Fluggesellschaft investiert. 

Simon Benz