Massnahmen nach Flugkatastrophen (Ausgabe 2014-32)

Sicherheit wird immer teurer

Fliegen ist statistisch gesehen weiterhin die sicherste Fortbewegungsmethode. Bei rund 3 Mia. Flugpassagieren pro Jahr ist die Anzahl Todesfälle in direktem Zusammenhang mit einem Flugunfall eigentlich verschwindend klein. Doch 2014 hat es innert weniger Wochen gleich drei Unfälle gegeben, wo alle Passagiere und die Besatzung starben. Da Flugunfälle sehr emotional aufgenommen werden, hat nun eine Diskussion über gewisse Prozesse begonnen. Sicherheit darf zumindest in der Öffentlichkeit nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Das Irritierende an den Unfällen von Malaysia Airlines ist, dass zunächst eine Maschine ganz verschwand, und später eine Maschine abgeschossen wurde. Kein technischer Defekt, kein Terrorakt an Bord oder am Boden. Gegen Letzteres setzen sich Airlines mit Hilfe der Flughäfen ziemlich effektiv zur Wehr – trotz steigendem Missmut der Passagiere über die vielen Kontrollen. Aber gegen Boden-Luft-Raketen?

Kann die Luftfahrt nicht garantieren, dass man gegen Willkürakte von Terroristen am Boden bei einem Überflug geschützt ist, kann das verheerende Folgen haben. Insbesondere im Verkehr zwischen Europa und dem Raum Südasien/Indischer Ozean wird eine ganze Palette an Krisengebieten überflogen. IATA, ICAO, ACI und CANSO haben deshalb dringlich eine Task Force einberufen, welche neue Sicherheitsstandards schaffen soll.

Es geht um die Frage, wer letztlich über Flugrouten über Krisengebiete entscheidet. Eine Verantwortungsfrage, welche die Airlines gerne abgeben würden – zumal sie in der Kritik stehen, aus wirtschaftlichen Aspekten lieber kürzere/günstigere Routen zu wählen als «sichere». Bis die Beurteilung der Sicherheit von Flugrouten nicht länger im Ermessen und der Verantwortung der Airlines liegt, werden wohl noch Jahre vergehen. Auch der Zivilluftverkehr steht (fliegt) nicht mehr über Krisen und muss als «Opfer» wahnwitziger Kriegstreiber Routen anpassen. Stellen Sie sich schon mal auf höhere Ticketpreise ein.