Sommerleute-Touren der letzten Wochen (Ausgabe 2014-33)

Mehr Aufwand, kaum Klagen

Sechsmal begaben sich die TI-Redak-toren in den letzten Wochen auf «Sommerleute»-Tour und besuchten dabei gut 70 Reisebüros – Grundlage genug, um auf einige wichtige Entwicklungen und Themen in der Reisebüro-Landschaft schliessen zu können. Dominierendes Thema ist die Zusammenarbeit mit den Airlines. Fast alle Reisebüros beklagten sich, dass der Aufwand immer grösser werde und von einer funktionierenden Partnerschaft nicht mehr viel zu spüren sei. Dass die Swiss dabei besonders hervorgehoben wurde, ist wohl auf die neuste Ancillary-Welle zurückzuführen – fairerweise aber auch darauf, dass die Büros mit dem National Carrier einfach mit Abstand am häufigsten zu tun haben. 

Ansonsten ist die Stimmung bei den Büros aber gut – eine «Jammeri-Branche» war das Retailing noch nie. Auf dem Land freut man sich über die hohe Konversionsrate. Wer eine Offerte einholt, bucht in der Regel auch. In der Stadt ist es natürlich unpersönlicher, und aufgrund der höheren Reisebüro-Dichte gibt es auch die berüchtigten Offertensammler. Dennoch mag man auch hier nicht klagen: Jeder hat seine Stammkundschaft, man kommt aneinander vorbei.

Die Konkurrenz ortet man vielmehr im Internet. Doch auch hier waren die Retailer schon pessimistischer. Oft hört man, dass die Leute «aus dem Internet zurückkehren», und nicht zuletzt sind es die immer kaufkräftigeren «U30er», die wieder den Weg ins Reisebüro finden. Das soll nicht heissen, dass die Leute weniger preissensibel sind. Es wird nach wie vor verglichen wie die Weltmeister, und die deutschen Kataloge im Regal sind inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Die allermeisten Retailer preisen prioritär zwar die einheimischen Veranstalter an, um die Schweizer Branche zu stärken; «wenn es nicht anders geht, weichen wir aber auf die deutschen TOs aus», so der Tenor. Dass der Aufwand pro Dossier dabei zunimmt, versteht sich von selbst. Aber auch daran haben sich die Retailer längst gewöhnt.