Denner Reisen entstand 2006 in einer Zeit, in der die Discounter und Detailhändler das Reisegeschäft entdeckten. Innert kurzer Zeit kamen in der Schweiz damals ITS Coop, Aldi Suisse Tours, Tchibo Reisen und eben Denner Reisen auf den Markt. Für die Veranstalter ergaben sich damit interessante Partnerschaften, winkte doch ein fixfertiger Vertriebskanal mit jeder Menge potenziellen Neukunden. Nach einigem Seilziehen zwischen Direkt Reisen, TUI Suisse/Vögele und Hotelplan landete die Marke schliesslich bei Letzterem.
Nachdem Hotelplan (damals noch M-Travel Switzerland) kurz darauf auch die Marke «Migros Ferien» aus der Taufe hob, fragte sich der neutrale Beobachter bald einmal, ob es wirklich zwei Direktmarken brauche. Hotelplan bemühte sich zwar stets um eine Abgrenzung und klare Positionierung der Marken und von deren Produkten. Ein klares Profil, so hat man das Gefühl, hatte Denner Reisen aber nie.
In den letzten Jahren verstärkte sich dieses Gefühl noch. Während das Unternehmen in die anderen Marken stetig investierte, um sie weiterzuentwickeln zum Beispiel Migros Ferien mit dem Dynamic Touroperating schien Denner Reisen auf der Strecke zu bleiben. Dass die Marke einer Bereinigung des Portfolios zum Opfer fallen könnte, war deshalb abzusehen. Hotelplan Suisse ist nicht mehr bereit, in die Website einer Marke zu investieren, mit der man eigentlich nichts so recht anzufangen weiss.
Was übrig bleibt, ist gleichzeitig der Hauptgrund, weshalb Hotelplan die Marke zu Beginn wollte nämlich ein starker Vertriebskanal. Damit spart Hotelplan Suisse Geld, ohne auf die Synergien mit Denner verzichten zu müssen. Nun gilt es aufzupassen, dass man die Marke Hotelplan (die im Portfolio als stabile «Mittelstandmarke» positioniert wird) nicht verwässert und ihr einen Billig-Anstrich verleiht, indem man deren Angebote in der Werbebroschüre eines Discounters vertreibt.
