Marcello-Marcel-Deal: Konkursamt spricht von einem Affront (Ausgabe 2014-39)

Ein Grossteil der Gläubiger wird einen Totalausfall seiner Forderungen erleiden.

Dank der Übernahme durch Sunshine Reisen kann das Zürcher Reisebüro Marcellos Travel Service weiterexistieren, nachdem es Konkurs anmelden musste (TI berichtete). Wie Marcel Gsell, Inhaber von Sunshine Reisen, gegenüber TI sagte, seien die Altlasten bereinigt und man sei auf guten Wegen. Dies hat nun das Konkursamt Zürich Altstadt auf den Plan gerufen, welches das Konkursverfahren über die Marcellos Travel Service AG durchführt. «Das Verfahren ist keineswegs abgeschlossen», sagt Notar-Stellvertreter Philippe Neher, «bis zum 15. September lag der Plan über die Forderungseingaben den beteiligten Gläubigern zur Einsicht auf. In einem nächsten Schritt werden die noch vorhandenen und erhältlich gemachten Aktiven, nach Abzug der Konkurskosten, verwertet, bevor das Verfahren abgeschlossen werden kann. Die von Herrn Gsell im Artikel gemachte Aussage ‹Wir konnten die Altlasten bereinigen und sind auf guten Wegen›, trifft auf keinen Fall zu, erleiden doch sämtliche Gläubiger in der unversicherten 3. Konkursklasse – und dies ist der Grossteil – einen Totalausfall ihrer Forderung. Für gerade diese Gläubiger sind diese Aussagen ein Affront.»

Ausserdem stellt sich die Frage, ob die Kundengelder bei Marcellos Travel Service automatisch via Sunshine Reisen abgesichert sind, wenn das Büro «operated by Sunshine Reisen» ist. Gemäss Gsell ist dies der Fall. Der Garantiefonds, bei dem Sunshine Reisen abgesichert ist, will sich nicht zu Einzelfällen äussern. Geschäftsführer Stefan Spiess sagt aber: «Generell erachten wir es als sehr problematisch, wenn ein mit einem Konkurs belasteter Name wieder im Markt auftaucht. Diesen mit dem Garantiefonds als Absicherer in Verbindung zu bringen ist nicht korrekt, denn es ist dabei für den Konsumenten nicht mehr nachvollziehbar, wann ein Reisebüro seriös abgesichert ist und wann nicht.»

SJ