Stefan Leser verlässt Kuoni (Ausgabe 2014-41)

Ein Abgang mit Ansage

Der bisherige Leiter der Division Outbound & Specialists, Stefan Leser, verlässt nach fast zehnjähriger Zugehörigkeit die Kuoni-Gruppe. Aufgrund zahlreicher Restrukturierungen hatte Leser während seiner Kuoni-Zeit verschiedenste Führungspositionen inne. 

Im Sommer 2013 schien es so, als würde er nach dem Abgang von Peter Rothwell als dessen Nachfolger den Karriere-Gipfel erklimmen können. Doch für alle überraschend nahm er sich im November 2013 selbst aus dem Rennen um das Amt des Kuoni-Konzern-CEO. Einige sprachen damals von einem taktischen Manöver. Mit diesem Schritt bewahrte er sich davor, im Falle einer Nichtwahl das Gesicht zu verlieren. Und falls er vom Verwaltungsrat mangels valablen Kandidaten doch noch gebeten worden wäre, das Amt zu übernehmen, hätte er dies gestärkt antreten können. Mit Peter Meier – CFO des Konzerns und nach dem Abgang Rothwells auch CEO ad interim – wurde nach einer länger als geplanten Evaluationsphase ein anderer interner Kandidat Mitte März 2014 zum Konzernleiter ernannt.

Der Abgang Lesers hat sich in den letzten Monaten abgezeichnet. Seit seinem Verzicht auf den CEO-Posten war es ruhig um ihn geworden. Immer weniger zeigte oder äusserte er sich in der Öffentlichkeit und auch bei Branchenveranstaltungen war er ein immer seltener gesehener Gast. Zudem mehrten sich die Gerüchte, er fühle sich an der Neuen Hard nicht mehr glücklich. Der Abgang Lesers erfolgte offenbar aufgrund eines VR-Entscheids, was man als eine Kündigung seitens Kuoni interpretieren könnte. Unüblich ist, dass er nicht sofort freigestellt wird, sondern noch bis Ende der Woche die Verantwortung für die Division tragen und danach während einigen Wochen seinem Nachfolger Rolf Schafroth die Geschäfte übergeben wird.

Mit dem Abgang von Leser dürfte die Zeit der sich schnell folgenden Wechsel im obersten Management von Kuoni vorerst vorbei sein. Mit Leser verliert Kuoni indes auch einen absoluten Touristik-Insider. 

Urs Hirt