Wehrli enttäuscht Kunden und Partner (Ausgabe 2014-46)

Der Hochzeitsreisespezialist geschäftet dennoch weiter.

Nachdem Andreas Wehrli jahrelang als erfolgreicher Reisefachmann tätig war, scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Man erinnert sich: Wehrli, ehemals Mitinhaber von Legends Travel, hat sich im September 2012 mit Daniel Stöckli, seinem Partner bei Legends, zerstritten und im Anschluss eine neue eigene Firma gegründet: die Kaviar Reisen AG, die sich ebenfalls auf Hochzeitsreisen spezialisiert hat (siehe TI vom 24. Januar 2013). Unter dem Label Flitterwochen.ch by Kaviar Reisen produzierte er nicht nur einen Katalog, auch seine Website lautete www.flitterwochen.ch. Im März diesen Jahres wurde dann noch die Flitterwochen.ch GmbH, die auf den Namen seiner Frau läuft, gegründet.

Da Wehrli aber seinem ehemaligen Partner noch Geld schuldig war, übernahm Stöckli aus der Konkursmasse von Wehrli Communications Ende Oktober dessen Domainnamen, die über diese Firma liefen. Tippt man heute www.flitterwochen.ch in die Suchmaschine ein, wird man auf die Webseite von Legends Travel umgeleitet. Dort heisst es: «Aufgrund des Konkurses von Wehrli Communications (Inh. Andreas Wehrli) wurden die Domänen flitterwochen.ch, kaviarreisen.ch und kaviar-reisen.ch von Legends Travel übernommen.» Dadurch wird nun aber auch Legends Travel in die unerfreuliche Sache hineingezogen. «Bereits am Montag nach der Umschaltung der Domains meldeten sich die ersten Kunden, die irgendwo gestrandet waren. Ihnen müssen wir zunächst erklären, dass wir nur die Domains und nicht die Firma übernommen haben», so Daniel Stöckli. 

Neben geprellten Kunden sind auch langjährige Partner des Ehepaares Wehrli betroffen. Noch am letzten Oktoberwochenende war Flitterwochen.ch an einer Hochzeitsmesse in Wollerau mit einem Stand präsent. Der Messeveranstalter, der Trauringhersteller Meister, erfuhr kurz darauf per Zufall von den Ungereimtheiten. «Ich habe mehrmals versucht, Andy Wehrli zu erreichen, doch das Telefon läutet ins Leere», berichtet der enttäuschte CEO Fabian Meister. Auch ihm ist Wehrli noch Geld schuldig, zudem möchte der Schmuckhersteller aus Imagegründen sein Logo von der flitter-wochen.ch-Internetseite gelöscht haben. 

Bis Redaktionsschluss waren weder Andreas Wehrli noch seine Frau für eine Stellungnahme zu erreichen.

NDR