Dass der Name «Flextravel» nicht vom Markt verschwindet, hatte sich in den letzten Monaten bereits abgezeichnet. Nun ist definitiv klar, dass TUI Suisse weiterhin voll auf den Namen setzt und ihre ganze Langstrecke damit ausstattet. Das ist nichts als logisch schliesslich hat sich der Brand in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf in der Branche erarbeitet.
Sinn macht dies freilich nur, wenn noch dieselben Werte hinter dem Namen stehen und es sich nicht um eine Mogelpackung handelt. Hierhin zielten gewisse Befürchtungen in der Branche, da man unflexible Massenware aus Deutschland befürchtete. Dies verhindert TUI Suisse, indem sie einerseits Einfluss auf den Einkauf und die Produktion in Deutschland nehmen kann wie stark dies möglich oder nötig ist, wird sich noch zeigen und andererseits den «Massschneider-Service» weiterhin aus der Schweiz anbietet. Im Stil von: Was euch die Deutschen nicht anbieten, liefern wir euch nach. Falls dies wie bisher funk-tioniert, werden es die Retailer zu schätzen wissen.
Im künftigen Wettbewerb mit den neuen Modular-Produkten von FTI ist dies schon einmal eine starke Ansage von TUI. Der Veranstalter gibt sich überzeugt, dass die Retailer nicht wechseln werden, wenn man ihnen keinen Grund dazu gibt. Das Management betreibt zurzeit Aufklärungsarbeit, um die Agenten zu überzeugen, dass Flex immer noch Flex ist, sogar mit denselben Leuten im Verkauf. Letztere sind nun stark gefordert, diese Versprechen auch umzusetzen.
Noch wichtiger als all diese Argumente wird aber der Preis sein. Man ist gespannt, mit welchen Kommissionen und Preisen FTI auf den Markt kommen wird und wie gross allenfalls die Kriegskasse für die Schweiz ist. TUI Suisse hingegen kann nun bei den IT-Systemen und internen Pro-zessen sparen, nachdem Flextravel kein beinah-autonomer Teil innerhalb des Unternehmens mehr ist. An der Friesenbergstrasse scheint man für den neuen Mitbewerber gewappnet zu sein.
Stefan Jäggi



