Die Einstiegshürden bei den Kundengeldabsicherern seien für Start-up-Unternehmen zu hoch, moniert Rechtsanwalt Peter Krepper und auch von neuen Reisebüros selber hört man bisweilen solche Aussagen. Wie hoch sind diese Hürden nun wirklich? Der Garantiefonds geht bei der Berechnung von 1% des Bruttoumsatzes aus, mindestens aber CHF 50000. «Diese geforderten Garantien sind keineswegs überrissen», sagt Ombudsman Franco Muff, der stellvertretend für den Garantiefonds Stellung nimmt, «kann ein Bewerber dies nicht bezahlen, ist das ein Zeichen einer mangelhaften Kapitalisierung und somit ein Risiko-Start-up.»
Pro Monat gebe es bis zu zehn Anfragen, die sich aus finanziellen Gründen am Schluss nicht konkretisieren. «In einem solchen Fall besteht immer noch die Möglichkeit, sich am Fonds eines Mitbewerbers zu beteiligen», so Muff.
Bei den Mitbewerbern sind die Sicherheitsleistungen tiefer mindestens CHF 20000 sind es zum Beispiel bei TPA. Auch hier geht Präsident Michel Ayer davon aus, dass sich ein Start-up, das Erfolg haben will, dies leisten kann. «Dass eine Aufnahme aus finanziellen Gründen nicht klappt, kommt nicht oft vor. Häufiger sind andere Gründe wie fehlende Professionalität und Reputation oder ein mangelhafter Business-Plan.» Seriöse Start-ups würden laut Ayer selten für Probleme sorgen «meistens sind es die alten Füchse».
Beim dritten grossen Kundengeldabsicherer Swiss Travel Security (Depotsumme: ab CHF 30000) sieht man die Motion hingegen mit kritischen Augen. «Das ist leider am Ziel vorbeigeschossen», sagt Präsident Luc Vuilleumier, «statt den Begriff Pauschalreise durch Reise zu ersetzen und damit auch die Airlines ins Boot zu holen, fällt Frau Markwalder lieber über die kleinen Retailer her, die falls sie überhaupt unter das Gesetz fallen das kleinste Risiko darstellen.»
Er sieht das Problem v.a. bei den Definitionen; insbesondere wurmt ihn, dass immer von «Reisebüros» gesprochen wird, obwohl fürs reine Retailing gar keine Kundengeldabsicherung benötigt wird. Das PRG sei schon bei seiner Einführung eine «Fehlgeburt» gewesen; «ein bisschen Kosmetik reicht definitiv nicht, um daraus ein effizientes Gesetz zu machen».



