Zuversicht prägt das Segment der Flussfahrten (Ausgabe 2015-02)

Mehr Kapazitäten, stabile Preise – die Anbieter geben sich für 2015 optimistisch.

Das Jahr 2014 hat die Flussfahrten-Anbieter versöhnt: Nach zwei schwierigen Jahren, die durch Wetterkapriolen (Hoch- und Niedrigwasser), neue Gebühren und Schleusenstreiks in Deutschland geprägt waren, konnte der Markt Schweiz wieder zulegen. Einen nicht näher bezifferten Zuwachs meldet etwa Mittelthurgau sowohl bei den Passagier- wie auch bei den Umsatzzahlen. 

Speziell erfreut zeigt sich Stephan Frei mit der Entwicklung der Excellence Royal auf der Seine und der Excellence Princess auf der Donau. «Die Kapazitäten für 2015 werden etwas ausgebaut, zum Beispiel durch den neuen Ganzjahrescharter der Melodia», sagt Frei. Gleichzeitig leitet Mittelthurgau mit der Markenbotschafterin Christa Rigozzi eine Imagekorrektur der Flussfahrten als frische Ferienformel für jedermann ein.

Rückblickend spricht Hans Kaufmann von Thurgau Travel von einem «angenehmen Plus» im 2014, was aber nach dem «Kata-strophenjahr 2013» nicht so schwierig gewesen sei.

Im Trend lagen Burma, Dalmatien, der Rhein und die Donau, zudem sei eine verstärkte Nachfrage für hochklassigere Schiffe zu beobachten. Auch Kaufmann legt 2015 dank neuen Schiffen etwas mehr Kapazitäten auf (u.a. das neue Voll-Suiten-Schiff Thurgau Ultra), das Preisbild bewegt sich auf Vorjahresniveau. Zweistellige Zuwachsraten meldet Hotelplan, was die Strategie einer Alternative zu den Schweizer Spezialisten bestätige: «Es gibt Gäste, die in ihren Ferien nicht an jeder Ecke Schweizerdeutsch hören möchten», so Cruise-Manager Marco Strub. 

Beliebt ist unverändert die «Rennstrecke» Basel–Amsterdam, ein starkes Plus konnte Hotelplan bei den Mississippi-Fahrten mit der American Queen verzeichnen. Mit den Schiffen von Lüftner, Croisieurope und Scenic, die man neu als GSA für den FIT-Bereich vertritt, wachsen auch bei Hotelplan die Kapazitäten, die Preise bleiben relativ stabil.

bei Rivage Flussreisen legte die Passagierzahl 2014 im zweistelligen Prozentbereich zu. Positiv entwickelten sich gemäss Manager Dominik Trösch die Donau, die Seine und Holland, zudem die Themen- und die Adventsreisen. Die Zahl der Abfahrten wurde 2015 von 25 auf 31 erhöht, das Preisniveau bleibe eine Herausforderung. 

Trotz Negativ-Schlagzeilen und einem annullierten Charter konnte der Osteuropa-Spezialist Kira bei den Flussfahrten rund 10% an Passagieren zulegen. Dem Jahr 2015 blickt Reto Schläpfer positiv entgegen: Die Verfügbarkeiten seien für den europäischen Markt sehr gut, die Preise wegen des Rubel-Zerfalls günstig. 

Nicht mehr in diesem Geschäft aktiv ist (wie bereits gemeldet) Kuoni, wo man die Flussfahrten aus dem Programm strich.

BE