«Wir wollen Anlaufstelle für den Italientourismus sein» (Ausgabe 2015-03)

Die Italienische Handelskammer möchte in der Schweiz mehr für die Destination Italien tun. Darum gibt es jetzt einen neuen Kommunikations- und Tourismusbeauftragten.

Seit es die Enit in Zürich nicht mehr gibt, treten Sie als Handelskammer verstärkt für das Thema Italientourismus in der Schweiz ein. Warum?

Die Italienische Zentrale für Tourismus arbeitet zwar von Frankfurt aus noch für die Schweiz. Aber der Markt ist hier ein ganz anderer. Es gelten nicht dieselben Regeln wie in Deutschland. Ausserdem fehlt der physische Kontakt, eine Anlaufstelle für Agenten, TOs und Privatpersonen. Es fehlt jemand, der Kontakte knüpft und Weiterbildungen anbietet. An all den Anfragen, die wir bekommen, sehen wir, dass das Thema pulsiert. 

Und da möchten nun Sie in die Bresche springen? 

Wir haben bereits verschiedene Aktivitäten geplant. Ganz aktuell promoten wir die Expo Milano gemeinsam mit der SBB als offiziellem Ticketpartner, zum Beispiel an der Fespo in Zürich und an der Muba in Basel. Am 30. Januar gibt es an der Fespo einen Workshop mit rund 50 Agenten. Am 29. Januar findet im Sihlcity in Zürich ein Workshop mit der Region Sardinien und der dortigen Handelskammer statt.

Welche Dienstleistungen bieten Sie sonst noch an?

Wir wollen eine Plattform bieten und eine Anlauf- und Vermittlungsstelle sein. Wir können Kontakte zu Destinationen knüpfen, Subventionen beantragen, mit vor Ort gehen, Investitionsmöglichkeiten abklären. Das Angebot gilt für Reisebüros ebenso wie für TOs und Airlines. Man kann sich aber nicht einfach Geld bei uns abholen. Unsere Dienstleistung kostet etwas, da wir nicht staatlich finanziert sind. 

Geschieht dies alles in Abstimmung mit der Enit? 

Ich bin im Austausch mit dem Direktor Marco Montini, der jetzt in Rom sitzt. Wir haben aber kein offizielles Mandat von der Enit. Wir bieten ihnen jedoch an, sie zu unterstützen, wenn sie in der Schweiz etwas machen wollen. 

Immer mehr Länder schliessen ihre Tourismusbüros in der Schweiz. Ist es ein Problem, dass der Staat sich nicht mehr um den Tourismus kümmert?

Das ist alles eine Frage der Organisation. Es muss ein Umdenken stattfinden, dann ist das auch eine Chance. 

Wie steht es um den Italientourismus ex Schweiz?

Italien gehört nach wie vor zu den Lieblingsdestinationen der Schweizer. Aber das Land ist nicht einfach zu vermarkten, da es kein Produkt von der Stange ist, sondern massangefertigt werden muss. Für Badeferien allein geht man nicht nach Italien. Ich kann nur an die Tour Operators appellieren, weiter auf das südliche Nachbarland zu setzen. Das Land ist mit seinem Angebotsmix aus Kultur, Natur und Gastronomie einmalig. Es gibt nicht mehr viele Italien-Spezialisten, aber Experten für einzelne Regionen. Die grossen Tour Operators haben ihre Baukastensysteme, mit denen sich Italienferien wunderbar kombinieren lassen.

SG