«Interessen- und Einkaufsvereinigungen werden in Zukunft noch wichtiger»

Die FAIR-Hauptversammlung fokussierte auf den Gedankenaustausch in mehr als herausfordernden Zeiten und die Weiterbildung.
Der Vorstand von FAIR (v.l.): Anna Bertsche (Cornels Reisebar Kreuzlingen, Kassiererin), Susann Schönbach (Zeit zum Reisen Romanshorn, Beisitzerin), Yvonne Walser Georgy (Tödi Reisen Sargans, Präsidentin), Ehrenpräsident Werner Bauer und Marcel Gsell (Sunshine Reisen Waldstatt, Beisitzer). Es fehlt Lorenz Probst (Travelfox Schnottwil, Aktuar). Foto: UH/TI

Normalerweise führt die Interessengemeinschaft FAIR (Federation of Active and Independent Retailers) ihre jährliche Hauptversammlung anlässlich des Swiss Travel Day/TTW durch, was dieses Jahr coronabedingt nicht möglich ist.

Trotzdem wollte man sich in diesen schwierigen Zeiten physisch wieder einmal zu einem Gedankenaustausch mit den Mitgliedern sowie Partnern treffen und gleichzeitig die Generalversammlung abhalten. Die Wahl fiel auf die grosszügigen und damit coronagerechten Lokalitäten von Avideas Travel in Gossau/SG, an der sich FAIR-Vorstandmitglied Marcel Gsell (Sunshine Reisen Waldstatt) beteiligt hat.

Die offizielle Hauptversammlung des per 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahres ging schlank über die Bühne: Jahresbericht, Jahresrechnung und Revisionsbericht wurden einstimmig angenommen und dem Vorstand Décharge erteilt. Wahlen standen keine an. Die Interessengemeinschaft vermeldet zwei Austritte und zwei Neuzugänge. Was die aktuelle Mitgliederzahl betrifft hält sich der Vorstand jedoch bedeckt.

Es dürften aber gut 40 Reisebüros sein. Zum Abschluss der Hauptversammlung wurde Gründungspräsident Werner Bauer (ex Reise Meile sowie Bauer Travel) zum Ehrenpräsidenten gewählt. Nach einer Präsentation der Reiseversicherungsprodukte von Hanse Merkur wurde die Mittagspause für den intensiven Gedankenaustausch genutzt.

Im Gespräch mit TRAVEL INSIDE erklärt Vorstandsmitglied Gsell, dass man die Corona-Krise bewusst nicht allzu stark thematisieren wolle: «Inzwischen wissen wir alle, wie stark unsere Branche betroffen ist und, dass sich im Moment leider noch keine Normalisierung abzeichnet. Ein paar Mitglieder sind heute nicht erschienen. Von einigen wissen wir, dass sie sehr grosse Existenzängste haben. Andere wiederum sehen für sich keine Zukunft mehr und sind daran, ihr Geschäft aufzugeben ohne dass Kunden zu Schaden kommen.»

Die Arbeit der Task Force mit SRV, TPA und STAR, die letztlich der ganzen Reisebranche helfe, werde von FAIR überaus geschätzt. Selbst engagiere man sich bei der informellen Reisebüro-Basisgruppe Mayday, wo FAIR durch Präsidentin Yvonne Walser Georgy vertreten sei, erklärt Gsell. «Der intensive Gedankenaustausch mit den Mitgliedern hat zudem gezeigt, dass eine Zusammenarbeit innerhalb einer Interessen- und Einkaufsvereinigung wie FAIR in Zukunft noch wichtiger sein wird. Und das Geschäftsmodell Freelancer wird an Gewicht gewinnen», so Gsell.

Ganz im Sinne der Weiterbildung standen am Nachmittag die Präsentationen einiger Partner von FAIR im Zentrum des Treffens. Angereist waren Vertreterinnen und Vertreter von TUI Suisse, DER Touristik Suisse/Kuoni, FTI, Viselio und Linguista.

(Urs Hirt, Gossau/SG)