Die Würfel sind gefallen: Die erste Basis der Lufthansa-Billigtochter Eurowings im Ausland wird in Wien etabliert. Der Start mit vorerst zwei A320 mit neuer Eurowings-Bemalung und Crews von Lufthansa-Tochter Austrian Airlines ist für den Herbst geplant. Der Dreiländer-Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg ist, nicht zuletzt zur Überraschung der Flughafenbetreiber, vorerst aus dem Rennen gefallen. Vorerst?
Noch letzten Sommer hiess es, dass man Anfang 2015 in Basel mit der ersten ausländischen Eurowings-Basis starten werde. Damit sollte ein nahtloser Übergang zum Ausstieg der Swiss am Euroairport gewährleistet werden. Dieser erfolgt wie bekannt Ende Mai. Das alles ist nun Makulatur. Der Eurowings-Einstieg in Basel, zwischenzeitlich für die zweite Hälfte 2015 vorgesehen, ist nach dem Entscheid für Wien nun wohl bis mindestens 2016 vom Tisch.
Die Gründe für den Wien-Entscheid dürften vielschichtig sein. Von den Lufthansa-Verantwortlichen werden der kostengünstige Wiener Flughafen, die allgemeinen Betriebskosten, nicht zuletzt der neue Kollektivvertrag von Austrian Airlines mit tie-feren Personalkosten und die allgemeine Marktsituation für den Entscheid gegen Basel angeführt. Der Euroairport sei aber weiterhin im Rennen, aufgeschoben sei nicht aufgehoben.
Zweifel sind angebracht. Denn in der Zwischenzeit hat sich die Situation am Euroairport ebenfalls verändert. Andere Airlines stehen bereit, die Lücken, welche Swiss hinterlassen wird, zu füllen bzw. bieten bereits Alternativen an. Offene Fragen wie etwa der weiterhin ungelöste Steuer- und Gebührenstreit mit Frankreich dürften das Ja zu Wien begünstigt haben. Auch die Frage, inwieweit die dominante Marktstellung des Basler Platzhirsches Easyjet den Kranich-Verantwortlichen Respekt eingeflösst hat, steht im Raum. Wer weiss, vielleicht könnte sich das Nein zu Basel letztlich als Rückzug in Raten entpuppen, ohne den Einstieg je vollzogen zu haben.



