Brasser holt arabische Bettenbank in die Schweiz (Ausgabe 2015-13)

Destinations of the World will sich in Europa den Ex-Transhotel-Markt krallen.

Nachdem der Konkurs der spanischen Grupo Transhotel nun definitiv ist (TI berichtete), verliert Hans-Peter Brasser respektive seine Firma Brasser & Partners das GSA-Mandat per Ende März. «Das Zürcher Büro ist geschlossen und geräumt. Der Konkursverwalter ist gemäss meinen Informationen aber noch nicht aktiv geworden», erklärt Brasser.

Er kann den Verlust des Mandats verkraften; seit letztem Monat vertritt er nämlich die deutschsprachigen Märkte für Destinations of the World (DOTW). Dabei handelt es sich um einen in Dubai ansässigen B2B-Wholesaler, der 120000 Hotels im Sortiment führt und pro Jahr rund 2,3 Mio. Übernachtungen im Gesamtwert von etwa USD 500 Mio. vermittelt. Die Firma existiert bereits seit 1993, war in Europa bisher aber wenig aktiv. Nun ist eine gross angelegte Expansion im Gange, wobei DOTW eine Reihe von ehemaligen Transhotel-Mitarbeitern verpflichten konnte, unter anderem den Verkaufsdirektor Nord- und Mitteleuropa – und eben Brasser als Manager der deutschsprachigen Märkte.

Dieser ist bereits daran, neue Kunden zu akquirieren. «In einem ersten Schritt konzentriere ich mich auf Veranstalter und OTA. In ca. drei Monaten soll aber die neue, deutschsprachige Buchungsplattform online sein, und dann können auch Reisebüroketten und einzelne Büros akquiriert werden», erklärt Brasser. 

Es werden handelsübliche Vergütungsmodelle zum Einsatz kommen, sprich man kann die Hotels entweder zu Nettopreisen beziehen und die Provision selber bestimmen, oder man erhält Provisionspreise mit Kommissionen von 12% an aufwärts. Auch eine CETS-Integration ist angedacht.

Brasser ist überzeugt, dass sich DOTW trotz des gesättigten Bettenbanken-Markts behaupten wird. «Das Unternehmen ist vor allem im arabischen Raum, im Indischen Ozean und in Asien stark und hat 7000 Hotels direkt unter Vertrag. Zu unseren Kunden gehören unter anderem auch andere grosse Bettenbanken wie GTA, Hotelbeds oder Tourico.»

Vorerst wird Brasser die Aufgabe alleine bewältigen. Wenn es dann in den Verkauf geht, sei es aber durchaus möglich, dass er sich «Sales Force» dazu-hole.

SJ