Moturis wird Best Time RV (Ausgabe 2015-14)

Mit neuem Namen und altem Team unternimmt der Motorhome-Anbieter in den USA einen Neuanlauf. Gestartet wird mit rund 50 Fahrzeugen.

Der Schweizer Motorhome-Anbieter Moturis, der das Vermietgeschäft auf Geheiss der amerikanischen Mutterfirma Camping World per Ende 2014 aufgeben musste, wagt unter dem Namen Best Time RV einen Neustart. Ab 1. Juli 2015 sind die Motorhomes im Einsatz, Buchungen können bereits vorgenommen werden. 

Die Fahrzeuge sind über die meisten grossen TOs buchbar. Darüber freut sich CEO Ernst Dähler, der bereits bei Moturis als Geschäftsführer tätig war: «Wir haben grosses Glück, dass uns die Veranstalter mit offenen Armen empfangen und uns wieder ins Programm aufgenommen haben. Hier konnten wir sicher von unserem guten Ruf profitieren.» Hotelplan und FTI bieten die Fahrzeuge bereits online an, auch mit Globetrotter sei man in Kontakt. Wie es mit Kuoni aufgrund der aktuellen Situation weitergehe, werde noch abgeklärt. «Veranstalter haben uns häufiger darauf angesprochen, ob wir nicht wieder ins Vermieter-Geschäft einsteigen wollen. Man war der Meinung, dass es neben Road Bear einen zweiten Qualitätsanbieter in den USA vertragen könnte», so Dähler.

Die Wohnmobile können vorerst entweder in Las Vegas oder in San Francisco entgegengenommen werden. Die Flotte, die ausschliesslich aus Motorhomes der C-Klasse aus dem Hause Winnebago besteht, wird im ersten Jahr etwas mehr als 50 Fahrzeuge umfassen. «Wir starten gemächlich und schauen, was das Jahr so bringt», meint der Geschäftsführer, «wir setzen lieber auf Qualität als auf grosse Masse.»

In den USA werden sich etwa 25 Mitarbeiter um den Unterhalt der Fahrzeuge sowie um die Kunden kümmern. «Es ist erstaunlich, aber sehr motivierend, dass wir praktisch alle ehemaligen Mitarbeiter wieder an Bord holen konnten», so Dähler. Einige wenige Mitarbeiter sprächen auch Deutsch, jedoch werde dies nicht aktiv beworben. Es könne immer mal sein, dass diese Personen gerade nicht anwesend seien und man mit englischsprechendem Personal vorliebnehmen müsse. Das Schweizer Team umfasst drei Mitarbeitende.

Buchungen aus der Moturis-Periode wurden nicht übernommen. Diese wurden per Ende 2014 annulliert und von den TOs auf andere Anbieter umgebucht. «Mir war eine saubere Abwicklung diesbezüglich sehr wichtig», betont Dähler. Ebenfalls hätte man dort klar durchsickern lassen, dass das Moturis-Ende nicht sein Entscheid, sondern der vom Mutterkonzern Camping World gewesen war. 

Direktbuchungen auf der eigenen Internetseite werden möglich, jedoch im direkten Vergleich mit den Angeboten der TOs etwas teurer sein. Dies läge daran, dass man auch die lokalen US-Märkte ansprechen möchte. «Einheimische buchen häufiger Kurztrips. Da aber der Kostenblock für Fahrzeugaufbereitung und Reinigung für eine Wochenendmiete gleich viel beträgt wie für eine Langzeitmiete, kann man dies so kompensieren.»

Melanie Mooser