Düstere Aussichten für Schweizer Regionalflughäfen (Ausgabe 2015-20)

Die Flugplätze der Kategorie zwei, so etwa Bern, Lugano oder Altenrhein, sollen künftig die Finanzierung der Flugsicherung selber tragen.

Die Schweizer Regionalflughäfen sind in Sorge. Seit der Bund bekannt gab, die Kosten für regionale Flughäfen künftig nicht mehr zu subventionieren, müssen diese um ihre Existenz fürchten. Gemäss der Verordnung über den Flugsicherungsdienst sollen ab 1. Januar 2016 die jeweiligen Flugplatzhalter für die Finanzierung der Flugsicherung verantwortlich sein. Die daraus resultierenden Kosten würden dermassen hoch ausfallen, dass die Flughäfen nicht mehr profitabel wirtschaften könnten.

das bisherige «Briefmarkenprinzip», welches eine Vereinheitlichung der Flugsicherungsgebühren auf allen schweizerischen Flugplätzen sicherstellte, werde aufgehoben, erklärt Charles Riesen, VR-Delegierter der Flughafen Bern AG, gegenüber TI. Ohne Kosteneinsparungsmassnahmen – und trotz der Finanzhilfe des Bundes durch die Spezialfinanzierung im Luftverkehr (SFLV) – entsteht gesamthaft für alle sieben Regionalflughäfen ein Fehlbetrag von rund CHF 7 Mio. 

Die ursprünglich vom Parlament geplante Liberalisierung der Flugsicherung wäre mit einer Kostenreduktion verbunden gewesen, ist inzwischen aber sistiert. Damit bleibt Skyguide einziger monopolartiger Flugsicherungsdienstleister. «Zur Kosteneinsparung wurden Möglichkeiten an technischen und administrativen Massnahmen angekündigt. Für diese fehlen aber noch ge-setzliche Grundlagen, weshalb die Massnahmen noch nicht eingeführt sind. Auch wer die Initialisierungskosten zu tragen hat, bleibt offen», so Riesen.

«Skyguide geht mit den Regionalflughäfen ab 2016 ein ‹Lieferanten-/Kunden-Verhältnis› ein und ist somit beauftragt, als alleiniger Flugsicherungsdienstleister die Leistungen den Regionalflugplätzen in Rechnung zu stellen», führt er weiter aus.

es gäbe zwar eine sonderlösung für 2016, wonach der Betrag durch die Spezialfinanzierung im Luftverkehr übernommen werden soll, allerdings würden sich die Mittel aus der SFLV nach den Treibstoffzuschlägen bei Inlandflügen richten und sollen ab 2017 degressiv ausfallen.

MM