Herr Leutner, sitzen Sie bereits an Ihrem Bürotisch in Pfäffikon oder gibt es eine Interimslösung?
Als bisheriger Chef Flug Nah- und Mittelstrecke war ich aufgrund der Katalog-produktion die letzten Tage in Deutschland unentbehrlich. Jetzt bin ich ab sofort für drei bis vier Tage pro Woche in der Schweiz und werde das neunköpfige Team also selbst direkt führen. Es bedarf deshalb keiner Interimslösung. Die Übergabe meiner Tätigkeiten in Oberursel werde ich an den verbleibenden ein bis zwei Tagen und bei Bedarf telefonisch vornehmen.
Werden Sie Ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegen?
Als Vater von drei Kindern bin ich nicht ganz so flexibel bezüglich des Wohnsitzes. Das Schuljahr in Deutschland hat gerade erst angefangen, und meine Frau und ich haben uns darauf verständigt, die Kinder bis zum nächsten Sommer in ihrer gewohnten Umgebung zu belassen. Für die Zeit danach planen wir aber einen Umzug.
Haben Sie bereits einen Bezug zur Schweiz?
Ich habe als Kind sehr oft in Zermatt Urlaub gemacht. Aber Scherz beiseite es gibt durchaus auch eine professionelle Verbindung. Denn als Hoteleinkäufer für Mallorca habe ich intensiv mit Marta Di Girolamo zusammengearbeitet und dabei einiges über den Schweizer Markt gelernt.
Zum Beispiel?
Dass Schweizer Gäste sehr anspruchsvoll sind und sich ihre Wünsche im Detail durchaus von denen deutscher Kunden unterscheiden.
Konzern-Chef Peter Fankhauser sagt in einem Interview mit der «Sonntagszeitung», dass Thomas Cook, in der Schweiz mit seinen Marken Neckermann, Thomas Cook und Öger Tours präsent, keine weiteren Ambitionen habe. Wo bleibt der frische Wind?
Frischen Wind dürfen Sie durchaus erwarten. Aber bitte geben Sie mir erst einmal die üblichen 100 Tage, dann sehen wir weiter.
Der Verkauf von Kuoni Schweiz an Rewe/DER Touristik könnte doch für Thomas Cook ein guter Moment sein, eine Vertriebsoffensive zu starten
Auch dazu kann ich erst zu einem späteren Zeitpunkt mehr sagen.
Wie schätzen Sie den Schweizer Markt ein und wo sehen Sie Entwicklungspotenzial?
Wenn ich dem Schweizer Markt kein längerfristiges Entwicklungspotenzial zuschreiben würde, dann hätte ich mich wahrscheinlich nicht dazu entschlossen, meine künftige Rolle im Schweizer Markt anzunehmen. Bis ich detaillierte Aussagen dazu machen kann, bitte ich noch um ein wenig Geduld.
Das Geschäft in der Schweiz ist laut Peter Fankhauser klein und rentabel. Wie viel Umsatz machen die Marken, die in der Schweiz präsent sind?
Peter Fankhauser hat natürlich Recht. Aber Umsatzzahlen können wir nicht nennen.
Er spricht von drei Marken, mit denen man in der Schweiz am Markt sei. Gehören nicht noch mehr Marken dazu?
Mit Bucher Last Minute sind wir auch in der Schweiz aktiv. Mit Air Marin dagegen nicht, weil der Name in der Schweiz bereits belegt und geschützt ist.
EJO



