TO-Verkauf bringt Kuoni Group 163 Mio. Verlust (Ausgabe 2015-46)

Der Konzern gibt Details zum Geschäftsverlauf und zur Strategie bekannt.

Die Kuoni Group hat letzte Woche einen CEO-Wechsel und zahlreiche weitere Änderungen bekanntge-geben. Man wolle damit die neue strategische Ausrichtung, die man im Januar angekündigt hatte, beschleunigen. Die wichtigsten Neuigkeiten in Kürze:

•
Zubin Karkaria (47) wird neuer CEO der Kuoni Group. Er bleibt gleichzeitig CEO des Visageschäfts VFS Global. Der bisherige Konzernchef Peter Meier musste das Unternehmen per 5. November verlassen. Er hat eine zwölfmonatige Kündigungsfrist.

•
Prisca Havranek-Kosicek (40) wird neue Finanzchefin und Mitglied der Konzernleitung. CFO Thomas Peyer wird den Konzern im ersten Quartal 2016 verlassen.

•
Der Verwaltungsrat wird von sieben auf sechs Mitglieder verkleinert, die Saläre werden gekürzt. Einige der VR-Mandate sollen neu vergeben werden, gesucht sind Mitglieder mit Branchenexpertise. 

•
An der nächsten GV wird beantragt, die statuarische Stimmrechtsbeschränkung von 3% aufzuheben. Eine Einführung der Einheitsaktie steht aber nicht zur Diskussion. 

•
Die Division GTS wird aufgrund des kriselnden Gruppenreisegeschäfts restrukturiert. 350 Stellen fallen weg. Es gebe aber keine Pläne, die Division zu verkaufen. Auch bei den Support- und Konzernfunktionen soll gespart werden.

•
Generell sollen die drei Divisionen und deren CEOs Ivan Walter (GTD), Rolf Schafroth (GTS) und Zubin Karkaria (VFS Global) autonomer agieren, aber auch stärker für ihre Kosten in die Verantwortung genommen werden.

•
Der geplante Verkauf der Liegenschaft Neue Hard, die mit CHF 23 Mio. in den Büchern geführt wird, dürfte der Kuoni Group bei einem Schätzpreis von CHF 75 Mio. einen Gewinn von rund CHF 50 Mio. in die Kasse spülen. 

Gleichzeitig gab die Kuoni Group weitere Details zum Verkauf der europäischen Veranstalteraktivitäten bekannt. Das Ergebnis dieses Geschäfts betrug bis zum Closing per 11. September CHF –305,3 Mio. (Vorjahr: CHF –4,1 Mio.), dies bei einem Erlös von CHF 1,30 Mia. (Vorjahr: CHF 1,68 Mia.) Der Verkaufspreis des europäischen Tour Operatings an die Rewe Group ist nun offiziell bekannt: CHF 125,1 Mio. erhielt der Konzern, was laut Verwaltungsratspräsident Heinz Karrer weniger ist als erwartet. Bei den Effekten aus dem Verkauf fallen ein Abschreiber von CHF 112,3 Mio. auf dem Goodwill sowie Kundenvorauszahlungen in Höhe von CHF 314,5 Mio. auf. Unter dem Strich resultierte aus der Veräusserung der europäischen Outbound-Aktivitäten ein Verlust von CHF 163,2 Mio.

Stefan Jäggi