Die Feiertage liegen gut und der Winter hat Einzug gehalten. Grund genug, in den Sommer zu fliehen. TRAVEL INSIDE hat sich in Sachen Fernreisen bei Retailern nach den Buchungsständen erkundigt. «Die Karibik ist die grosse Verliererin», sagt Alex Bähler, Geschäftsführer Media Touristik (Basel). Kuba sei zwar gefragt, es gebe jedoch ein Kapazitätsproblem. «Vom Kuba-Overflow profitiert die Dominikanische Republik jedoch nicht.» Auf der Gewinnerseite ist Südostasien, «und zwar Thailand, gefolgt von Kambodscha, Laos und Vietnam.» Bähler stellt noch andere Trends fest: Badeferien in Kombination mit einer Rundreise. Und eine vermehrte Nachfrage für Nicaragua.»
Christa Bühlmann, stv. Geschäftsführerin von Heggli Reisen (Kriens), fügt an: «Thailand läuft immer sehr gut. Mit den Edelweiss-Rotationen nach Phuket, den tiefen Preisen auf Linienflügen und dem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis vor Ort sowieso.» Der Bombenanschlag in Bangkok Ende August sei vergessen. Kein Thema sei im Moment das Rote Meer, «die Verunsicherung ist zu gross». Die meisten Kunden würden ihre Weihnachtsreisen an die Sonne im Frühling und Sommer buchen, «kurzfristig kommt kaum mehr etwas herein». Reto Tobler, Geschäftsführer vom Reise-Forum Meilen fügt an: «Das diesjährige Weihnachtsgeschäft, immer abreisebezogen, ist zwar schlechter als 2014, aber immer noch besser als 2013.» Thailand sei ein Hotspot, «eher enttäuschend ist die Nachfrage nach der Karibik und dem Indischen Ozean». Sicher sei: «Das kurzfristige Geschäft ist verhalten.» Selbiges berichten die Geschäftsführer Cyrill Zimmermann, Royal Reisen (Kloten), Reto Kuratli, Bernhard Reisen (Goldach), und Karin Brenzikofer, Schär Reisen (Ittigen).
Alle sind sich einig: Weihnachtsferien in der Ferne buchen die meisten früh. Annullationen verzeichnet man nicht, dennoch wirkt sich die politische Lage auf die Reiselust aus. «Herr und Frau Schweizer bleiben wohl lieber zu Hause», so Kuratli. Trend 2015 ist der asiatische Raum, v.a. Thailand. Aber auch neue Trends zeichnen sich ab: «Südafrika und Ozeanien sind gefragt», erklärt Zimmermann. Bühlmann rechnet mit einem positiven Effekt, wenn Edelweiss im Winter 2016/17 wieder Mauritius anfliegt.
Urs Hirt/Erna Jonsdottir



