«Eine totale Preisschlacht stellen wir nicht fest» (Ausgabe 2016-10)

Hotelplan Suisse kippt seine Badeferien-Luxuslinie Soley. Mit den Preisoffensiven der Konkurrenz habe dieser Schritt aber nichts zu tun, sagt CEO Kurt Eberhard.

Nur zwei Jahre nach der Einführung stellt Hotelplan Suisse seine Luxus-Badeferienlinie Soley Strandferien wieder ein. Der Erfolg des Produkts sei unter den Erwartungen geblieben, erklärt Hotelplan-Suisse-CEO Kurt Eberhard im Interview mit TI; weder im Handel noch bei den Endkonsumenten habe man die Luxuslinie wirklich positionieren können. Statt noch mehr Geld darin zu investieren, bricht der Veranstalter das Projekt deshalb ab und integriert die Angebote für Abreisen ab 1. November 2016 bei den Marken Hotelplan und Travelhouse, wo auch die entsprechende Vertriebstechnologie bereitsteht. Die Marke Globus Reisen, bei der Soley bisher untergebracht war, verliert damit rund zwei Drittel ihres Volumens. Der Umsatz von Soley lag 2015 bei geschätzten CHF 12 Mio.

Eberhard verneint aber, dass Soley Opfer eines Preiskampfs mit der zunehmenden ausländischen Konkurrenz geworden sei und es deshalb für ein Luxus-Badeprodukt keinen Platz mehr habe. «Eine solche totale Preisschlacht, wie sie immer wieder prognostiziert wurde, stellen wir nicht fest. Wir hören zwar immer wieder Ankündigungen, dass die Preise massiv rutschen würden – besonders seit dem Einstieg von Rewe in den Schweizer Markt. Aber dass die Preise beispielsweise durch die Offensive von Helvetic Tours nun nochmals massiv unter Druck geraten, können wir nicht bestätigen», so der CEO des letzten rein schweizerischen Veranstalters mit Vollsortiment. Fakt sei: «Badeferien waren immer kompetitiv und werden es auch bleiben. Und es kochen alle nur mit Wasser; DER Touristik ist nicht der erste deutsche TO in der Schweiz, und auch wir beschaffen uns unsere Kontingente und Preise teils bei grossen Consolidators mit viel Volumen oder dynamisch.»

Das Badeferiengeschäft laufe an einigen Destinationen zwar harzig; dies liege aber an einer grossen Unsicherheit der Kunden aufgrund geopolitischer Ereignisse, Terror und Flüchtlingsproblematik. Daran haben auch die Hotelplan-Filialen zu beissen; praktisch alle liegen gemäss Branchenquellen im Minus. Eberhard bestätigt, dass «der Vertrieb im Rückstand liegt, aber da sind wir nicht die Einzigen». Es gebe nur wenige Büros, die nicht rentabel seien.

SG/SJ