Beat Walser, Präsident der Travel Trade Service (TTS), beschreibt die Mitglieder-Entwicklung der Gruppe in den letzten zwei Jahren: «Im Bereich Touroperating sind wir vor allem wegen Übernahmen gewachsen. In derselben Periode haben wir bei den Retailern verloren, teilweise wegen Verkäufen ein Beispiel ist der Verkauf von Wiederkehr an Kuoni , aber auch wegen Abgängen und einer Flurbereinigung unsererseits. Das entstandene Vakuum wollen wir nun wieder auffüllen.»
Zu diesem Zweck hat TTS die Aufnahmebedingungen gelockert. Der Mindestumsatz für eine Mitgliedschaft beträgt neu CHF 3,5 Mio. statt CHF 5 Mio. Zudem ist eine TTS-Mitgliedschaft nicht mehr Aktiengesellschaften vorenthalten. Neu kann auch eine GmbH nach Schweizer Recht aufgenommen werden.
Der Gebietsschutz wurde abgeschwächt. Laut Walser ist es neu möglich, dass in einer Region mit einem TTS-Büro ein weiteres Reisebüro in die Vereinigung aufgenommen werden kann, ausgenommen das bestehende Mitglied legt ein Veto ein. «Gebietsschutz ja, aber liberaler und vernünftiger als bisher. Ein 20 Kilometer entferntes Büro tangiert den Gebietsschutz zum Beispiel bestimmt nicht», erklärt Walser.
Die TTS-Gruppe will aber trotzdem nicht um jeden Preis wachsen. Walser: «Bisher war die TTS eher ein elitärer Kreis. Das ist nicht mehr zeitgemäss. Die vielen Auflagen und das Aufnahme-Prozedere führten in der Vergangenheit oft zu einer Nein-Strategie. Wir müssen dynamischer und offener werden. Das heisst aber nicht, dass wir um Teufel komm raus wachsen wollen. Wir sehen Potenzial für weitere Retailer und sind zufrieden, wenn wir zwei bis drei neue Reisebüros als Mitglieder gewinnen können. Die Qualität muss nach wie vor gewährleistet sein, und ein neues Mitglied muss den TTS-Strategien, zum Beispiel die TTS-TOs als erste Priorität zu verkaufen, folgen können.» Etwas anders präsentiert sich auch das Aufnahme-Prozedere. Ein neues Mitglied wird vor der TTS-Vollversammlung vom Geschäftsführer und vom Verwaltungsrats-Präsidenten genau geprüft. «Dadurch sollte die Aufnahme an der Vollversammlung dann kein Problem mehr darstellen», meint Walser.
Nichts geändert hat an den Voraussetzungen, die ein Neumitglied zu erfüllen hat: Mitgliedschaft im Schweizerischen Reisebüro-Verband (SRV) und die gesetzlich vorgeschriebene Kundengeldabsicherung.
Heute besteht die TTS-Gruppe aus 40 Aktionären, rund 80 Verkaufsstellen und zehn eigenen Reiseveranstaltern. «Auch mit der neuen Strategie wird die TTS-Gruppe nicht zur Grossfirma. Der von unseren Mitgliedern geschätzte TTS- Geist soll weiterleben und unsere Mitarbeitenden sollen stolz darauf sein, bei einem TTS-Mitglied arbeiten zu dürfen. Was wir jedoch loswerden wollen, ist das Image einer elitären Gruppe», meint Walser.
Chris Probst



