DriveFTI ist laut eigenen Aussagen mit jährlich über 200000 vermittelten Mietwagen einer der gröss-
ten Mietwagenbroker im deutschsprachigen Raum. Dass FTI dabei auf die starke Schützenhilfe von TUI
Suisse-Tochter Flex Travel zählt, wird von beiden Gesellschaften nicht öffentlich propagiert, doch auf Anfrage bestätigt. Sara Weiss (Product Manager DriveFTI): «Alle Mietwagen-Reservationen von Flex Travel werden über unser Buchungstool abgewickelt.»
Gemäss Andreas Gantenbein (Head of Flights/Wheels Flex Travel) werden sämtliche Europa-Buchungen und 20% der Übersee-Buchungen über FTI abgewickelt. Der Rest werde von Flex selbst eingekauft. Über das Volumen und wie sich dieses auf die beiden Firmen aufteile, wollte sich Walter Binggeli (Chef FTI Schweiz) nicht äussern, doch er erklärt: «Diese Zusammenarbeit besteht schon seit vier Jahren und wird immer erfolgreicher.»
Dank der Einkaufsstärke des deutschen Mutterhauses profitiert DriveFTI und damit auch Flex hier in der Schweiz von den «unverschämt deutschen Preisen» und was in der Schlussabrechnung eine noch wesentlichere Rolle spielen kann von den besseren Konditionen (z.B. kostenloser Ausschluss des Selbstbehaltes). «Dank des Gesamtvolumens sind wir in der Lage, mit den jeweiligen Mietwagenfirmen bessere Preise und Bedingungen auszuhandeln», erklärt Weiss.
Diesen deutschen Preisen und Konditionen haben Lizenznehmer in der Schweiz wenig entgegenzu- setzen. Sandra Dragone (Account Manager Leisure Sales Avis): «Die Preise von Flex Travel und FTI bereiten uns Kopfzerbrechen.» Und Sabatino Castellano (Manager Outbound Leisure Europcar) doppelt nach: «Manchmal haben wir bei unseren Kunden wirklichen Erklärungsbedarf.»
Für Avis Schweiz ist die Situation so brisant, dass sogar im Avis Headquarter in Brackwell bei London darüber diskutiert wird. «Die Angelegenheit wurde zur Chefsache erklärt», lässt Sandra Dragone dazu abschliessend verlauten und nimmt dazu nicht weiter Stellung.
Urs Jäckli (Product Manager Carplan & Motorhomes Hotelplan) kennt das Problem: «Dass die Mietwagenanbieter ihrerseits auch nicht daran interessiert sein können, Konkurrenz aus den eigenen Reihen aus Deutschland zu bekommen und die Preisspirale dadurch im notabene interessanten Schweizer Markt nach unten zu bewegen, versteht sich von selbst.» Doch bei Carplan selbst ist man weniger beunruhigt. «Wir haben mit unseren Vertragspartnern ein qualitativ hoch stehendes und sehr kompetitives Portfolio», erklärt er. Carplan habe eine Tiefstpreisgarantie, und ab Sommer 2008 werde der Selbstbehalt für alle Destinationen auch ausgeschlossen.
«No problem», heisst es auch bei Carshop von Kuoni. «Wir verfügen über konkurrenzfähige Preise. Und falls dies mal nicht der Fall wäre, kommt die Tiefstpreisgarantie zum Zug», erklärt Colette Ernst (Head of Cars worldwide). Mit der im Basispreis eingeschlossenen Null-Selbstbehalt-Versicherung von Elvia sei man auch konkurrenzfähig. Ein weiteres Kuoni-Plus sieht Ernst bei der CETS-Buchbarkeit.
Guido Casanova



