Condor Reisen wird zum Online-Reisebüro (Ausgabe 2007-41)

Das Zürcher Reisebüro Condor hat per Anfang Oktober nach 27 Jahren das eigene Verkaufskonzept «den heutigen Gegebenheiten angepasst», wie Geschäftsführer Andreas Brunner auf TI-Anfrage erklärt. Telefonverkauf gibt es seit dem 1. Oktober nicht mehr; Condor Reisen verkauft Flugtickets sowie Hotels, Mietwagen etc. ausschliesslich über die eigene Homepage oder auf E-Mail-Anfrage. «Wir haben alle Kunden frühzeitig

Das Zürcher Reisebüro Condor hat per Anfang Oktober nach 27 Jahren das eigene Verkaufskonzept «den heutigen Gegebenheiten angepasst», wie Geschäftsführer Andreas Brunner auf TI-Anfrage erklärt. Telefonverkauf gibt es seit dem 1. Oktober nicht mehr; Condor Reisen verkauft Flugtickets sowie Hotels, Mietwagen etc. ausschliesslich über die eigene Homepage oder auf E-Mail-Anfrage.

«Wir haben alle Kunden frühzeitig informiert», erklärt Brunner; «es ist ein neues Konzept, welches wir ausprobieren und mit dem wir bisher noch keine negativen Erfahrungen gemacht haben.» Brunner räumt ein, dass gewisse Kunden nicht begeistert sein könnten, fortan nur noch per Mail mit Condor zu kommunizieren. Ein Kunde aus dem Geschäftsreisebereich, welcher nicht genannt sein möchte, springt jedenfalls ab: «In Fällen, wo es brennt, ist eine vierstündige Wartezeit auf eine Antwort des E-Mail-Supports einfach inakzeptabel – vor allem und gerade weil wir ein guter Kunde sind.» Brunner nimmt dies gelassen: «Der eine oder andere Kunde springt ab, neue kommen hinzu, so ist und war das schon immer im Geschäft mit Flugtickets.»

Grund für das neue Konzept war laut Brunner die Erosion der Ticketgebühren seit Einführung der 0%-Kommission: «Die Ticketgebühr hat sich in den vergangenen drei Jahren weiter nach unten bewegt und in der Zwischenzeit liegt sie im Vergleich zum teilweise beträchtlichen Aufwand auf einem Niveau, welches sich unter einem sehr grossen Ticketvolumen kaufmännisch nicht mehr seriös rechnen lässt. Aus dieser Perspektive, und weil sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird, erachten wir zumindest den künftig möglichen Ertrag als nicht mehr ausgeglichen.»

Dass die Zukunft des Ticketverkaufs im Online-Geschäft liegt, belegt eine Ende März 2007 publizierte Studie der Universität St.Gallen. Danach erstehen bereits rund 40% aller Schweizer Internet-Nutzer ihre Flugtickets online.    

JCR