HAL-Wechsel thematisiert erneut Cruise-Vertrieb (Ausgabe 2007-46)

Verschiedene TOs haben für 2008 neu einen Direktvertrag mit Holland America Line.

Ist eine Öffnung des Vertriebs der Grund, dass der bisherige General Sales Agent (GSA) Intercontact in Stäfa sich vom Mandat der renommierten US-Reederei Holland America Line (HAL) trennt (siehe TI der letzten Woche)?

Intercontact verfolgte bis anhin die Politik, Reedereien nur auf der Basis eines exklusiven GSA-Mandats zu vertreten. TI-Recherchen haben nun aber ergeben, dass Veranstalter wie Oceanstar, Skytours oder Kuoni für 2008 neu einen Direktvertrag mit HAL abgeschlossen haben. Die Buchungen können also direkt vorgenommen werden und laufen nicht mehr über eine GSA-«Zwischenstelle».

Trotzdem hält sich in der Cruise-Szene nach wie vor die Vermutung, dass HAL bald einen neuen Schweizer GSA ernennen könnte. Als möglicher Kandidat wird Delphi Reisen in Horgen ins Spiel gebracht, doch Willy Noser hüllte sich bis Redaktionsschluss in Schweigen: «No Comment».

Stellt sich allenfalls die Frage, wie eine erneute GSA-Vertretung im Markt mit Reederei-Direktverträgen der Veranstalter vereinbar wäre. Denkbar wäre deshalb auch ein weniger exklusiver Status als «Priority Agent». Das Interesse der Veranstalter ist klar: Je direkter an eine Reederei angebunden, desto besser, denn jede Zwischenstelle will etwas verdienen. Deshalb hört man da und dort auch kritische TO-Stimmen über die neue Vertretung von Princess Cruises in der Schweiz: Die Buchungen können nicht mehr direkt getätigt werden, sondern müssen neu über das im Herbst eröffnete Schweiz-Büro laufen, eine Tochterfirma der Inter-Connect Marketing München, die ihrerseits GSA für Princess in den deutschsprachigen Märkten ist.

Doch es gibt auch Argumente, die für eine solche Vertriebsstruktur sprechen: «Eine Vertretung oder ein GSA als Ansprechpartner können hilfreich sein, wenn man im Gestrüpp der Grossadministration einer globalen Reederei nicht zum Ziel kommt», sagt etwa Marliese Eijking von Oceanstar.

BE