SRV pro IST statt Pro Target (Ausgabe 2008-05)

Der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV) vergibt das einzige Ausbildungsmandat in der Deutschschweiz an die IST Zürich.

Bereits ab Lehrbeginn Sommer 2008 übernimmt die SRV-Geschäftsstelle
zentral die Koordination der Branchenkurse für die Lernenden – dies
infolge der bevorstehenden Integration der regionalen
Reisebürovereinigungen als Regionen des SRV. Der SRV-Vorstand hat nun
entschieden, in der Deutschschweiz nur noch mit einer Schule, der
Internationalen Schule für Touristik (IST) Zürich, zusammenzuarbeiten.
Bisher hat auch die Pro Target in Aarau ein Ausbildungsmandat von zwei
Regionen (Aargau und Ostschweiz).

André Lüthi, Leiter des Kompetenzzentrums Aus- und Weiterbildung des
SRV, erklärt den Entscheid: «Wir haben die momentane Situation mit zwei
Schulen genau analysiert. Dabei war schnell klar, dass es wegen der
Abläufe, der Kontinuität und der Logistik einfacher ist, nur mit einer
Schule zusammenzuarbeiten. Wir können so Pro-zesse optimieren, Klassen
besser einteilen und Kosten sparen. Der Entscheid, künftig nur noch mit
der IST zu kooperieren, kam nicht zuletzt deshalb zustande, weil die
Pro Target gar nicht die Kapazität besitzt, die Ausbildung in der
ganzen Deutschschweiz zu gewährleisten. Die Direktorin der Pro Target,
Béatrice Hilty, hat sehr fair auf unseren Entscheid reagiert. Sie wird
von der IST ein Ausbildungsmandat als Dozentin erhalten.»

Hilty sieht die Sache allerdings etwas anders: «Das Infoschreiben vom
24. Januar 2008 an die SRV-Mitglieder habe ich mit grossem Erstaunen
aufgenommen. Da muss es beim SRV wohl einen Kommunikationsengpass
gegeben haben? Bereits am 18. Januar wurde André Lüthi von mir darüber
informiert, dass sich die Pro Target vollständig von der
Lehrlingsausbildung zurückzieht. Dies vor allem deshalb, weil unser
detailliert ausgearbeiteter Vorschlag für eine gemeinsam durch IST und
Pro Target abgedeckte Branchenausbildung vom SRV von einer Diskussion
ausgeschlossen wurde.»

Eine Dozententätigkeit für die IST schliesst Hilty aus: «Die Aussagen
über eine mögliche Dozententätigkeit meinerseits sind absolut
irreführend. Eine Dozententätigkeit ausserhalb der Pro Target habe ich
nie in Betracht gezogen und bei meinem Gespräch mit Herrn Lüthi aus
firmenpolitischen Gründen gänzlich ausgeschlossen.»

Pro Target wird die bereits begonnenen Kurse (letzter Kurs Januar 2010)
für die Regionen Aargau und Ostschweiz weiterhin betreuen. «Diese
Klassen – wie auch andere Reisebüro-Lernende – werden ab März 2008 von
unserer modernen Prüfungsvorbereitung über E-Learning profitieren
können. Dieses Angebot wird voraussichtlich auch nach 2010
aufrechterhalten», so Hilty. Die Direktorin der Pro Target betont, dass
die Hauptaktivitäten der Schule schon lange nicht mehr bei der
Ausbildung der KV-Lernenden, sondern bei den Quereinsteigern liegt.

Mehr Freude über den SRV-Entscheid hat die IST Zürich. Ueli Hunkeler,
Leiter Grundausbildungen: «Wir sind sehr stolz darauf, auch wegen
unseren Mitarbeitern und Dozenten. Natürlich wartet nun auch mehr
Arbeit auf uns. Wir werden uns bemühen, die Kurse so einzuteilen, dass
wir dort ausbilden, wo es Lernende gibt. Es ist klar, dass wir bei den
Dozenten aufstocken müssen. Die bisherigen Dozenten der Pro Target, die
mit uns zusammenarbeiten wollen, haben gute Chancen.»

Der SRV hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von regionalen
Vereinigungen und Exponenten der grössten Ausbildungsbetriebe
eingesetzt. Diese Arbeitsgruppe erarbeitet zurzeit einen Aktionsplan,
in welchem alle Detailfragen für einen reibungslosen Ablauf – vor allem
während der Übergangszeit – geregelt werden. Die Anmeldungen für
Lehrbeginn 2008 müssen definitiv bei der SRV-Geschäftsstelle
eingereicht werden. «Es ist für uns wichtig, dass die Anmeldungen
möglichst rasch erfolgen, damit wir die Kursorte planen können. Eine
Schweizer Karte und genügend Stecknadeln zum Einzeichnen der Lernenden
haben wir schon mal besorgt», so Hunkeler.

Chris Probst

SRV formiert Front gegen GDS-Modell von LH/LX

Der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV), allen voran
Präsident Hans-Jörg Leuzinger, ist seit der Ankündigung einer neuen
Distributionsstruktur durch Swiss und Lufthansa an allen Fronten aktiv
geworden. Die Branche will das neue Modell, das ab Oktober für die
neuen
Preferred Fares eine Gebühr von 8 Franken bei Buchung über ein GDS
vorsieht, nicht akzeptieren. Man sei nicht gewillt, klein beizugeben
und hoffe auf breite Unterstützung, liess Leuzinger letzte Woche
verlauten.

Die in Aussicht gestellte Task Force steht zwar noch nicht ganz,
gesetzt sind sicher Hans-Jörg Leuzinger, Walter Kunz
(SRV-Geschäftsführer) und Marcel Hausheer (Vorsitzender der Fachgruppe
Flug). Leuzinger auf Anfrage von TI: «Viele Aktivitäten sind
angelaufen, wir werden demnächst über die Zusammensetzung der Task
Force und weitere Massnahmen informieren können. Es freut mich, dass
wir überraschend viel Unterstützung bekommen. Diesen Trumpf werden wir
nicht aus der Hand geben. Am Dienstag weilte ich zudem im Ausland, mehr
möchte ich dazu nicht sagen.» Man kann davon ausgehen, dass der SRV mit
dem DRV (Deutscher Reiseverband) im Gespräch ist, um die Möglichkeiten
eines gemeinsamen Vorgehens auszuloten. In Deutschland soll das neue
Modell von Swiss und Lufthansa bereits per Juli eingeführt
werden.   

UH