Swiss: «Uns ist egal, ob Agenten neuen Vertrag unterzeichnen» (Ausgabe 2008-06)

Zusammen mit vier anderen Verbänden rät der SRV seinen Mitgliedern, die neue Distributionsstruktur von Swiss und Lufthansa nicht zu akzeptieren.

Die angekündigte neue Distributionsstruktur von Swiss und Lufthansa
stösst in Reisebürokreisen auf heftigen Widerstand. Zusammen mit vier
Verbänden aus Deutschland und Österreich hat der Schweizerische
Reisebüro-Verband (SRV) seinen Mitgliedern eine «Verbändeerklärung»
abgegeben. In diesem Schreiben raten die Verbände den Reisebüros
dringend, den Vertrag, den sie nächstens von Swiss erhalten, nicht zu
unterzeichnen. In diesem Vertrag sollen die Preferred Fares geregelt
werden – Tarife, die den momentan publizierten Tarifen entsprechen und
ab 1. Oktober 2008 nur noch mit einer Gebühr von acht Franken pro
Segment in den GDS gebucht werden können.

Hat Swiss mit solch heftigem Widerstand gerechnet? «Ja. Allerdings sind
wir davon ausgegangen, dass moderater reagiert wird», sagt Harry
Hohmeister, Chief Network & Distribution Officer, «es ist logisch,
dass die Verbände die Angelegenheit prüfen. Ich gehe davon aus, dass
die Verbände keine Konfrontation mit uns suchen und der Umgang auch in
Zukunft vernünftig und professionell bleibt. Es ist für uns eher
einfacher, wenn die Verbände der drei Länder zusammen auftreten.»

Hohmeister erklärt, was geschieht, wenn die Reisebüros den Vertrag
nicht unterzeichnen: «Das Konzept lässt Wahlfreiheit zu. Wenn ein
Reisebüro entscheidet, den Vertrag nicht zu unterschreiben, hat es halt
höhere Tarife. Uns ist das egal, es ist deren Entscheidung.» Wer weder
höhere Tarife buchen noch GDS-Gebühren bezahlen will, kann ab Sommer
Buchungen auf der noch zu implementierenden Online-Plattform der Swiss
tätigen.

«Dort werden sämtliche Flüge und Tarife ohne zusätzliche GDS-Gebühren
buchbar sein, allerdings sind – zumindest vorläufig – keine
Zusatzfunktionen wie in den GDS vorhanden. Es wird mindestens zu Beginn
auch keine Schnittstellen zu Backoffice-Systemen geben», stellt
Hohmeister klar.