«Durch ihr Programm Preferred Fares versuchen Lufthansa (LH) und
Swiss (LX), die effektiven GDS-Kosten trotz des Mehrwerts, den sie auch
klar erkennen, auf Null zu reduzieren. Und wir werden kritisiert, weil
wir von LX einen angemessenen Preis verlangen für einen wertvollen und
geschätzten Service», beklagt sich Cornel Küng, GM von Amadeus Schweiz,
im Brief. Dabei habe Amadeus bedeutende Ermässigungen mit der Full
Content Option angeboten. Dieses Angebot habe LX durch die Ankündigung
ihres neuen Vertriebsmodells abgelehnt. Einmal mehr betont Küng, die
Buchungsgebühren seien sogar gesunken.
Weil beim neuen Modell zusätzlich Prozesskosten für die Reisebüros
anfallen würden, schlägt Küng statt Vorzugspreisen eine «gewöhnliche»
Preiserhöhung vor: «Obwohl wir keine weiteren Kosten für den
Vertriebskanal Reisebüro befürworten, haben wir den Eindruck, dass eine
Preiserhöhung effizienter wäre, um einen vergleichbaren finanziellen
Vorteil für LX zu schaffen. Mit dem aktuellen Modell erhöht LX die
Preise pro Segment um effektiv CHF 16 (CHF 8 Zuschlag plus CHF 8
Prozesskosten). Wenn LX ihre Preise um CHF 8 pro Segment generell
erhöhen würde, müsste der Vertriebskanal Reisebüro weder Extrakosten
noch Unannehmlichkeiten, noch die durch den Zuschlag verlorene
Produktivität tragen.»
Falls die Vorzugspreise eingeführt werden, sieht Küng technische
Probleme: «Zurzeit gibt es auf dem Markt keine technische Lösung, die
dazu in der Lage ist, diese Gebühr abzubilden. Diese müsste erst
entwickelt werden. LX hat dieses Programm nicht mit Amadeus besprochen,
daher können wir nicht einschätzen, wie viel Arbeit für eine
Entwicklung nötig wäre. Falls das Modell von LX in Kraft tritt, werden
wir die Tourismusindustrie unterstützen, sofern dies nötig ist. Es ist
jedoch nicht klar, wie diese Entwicklung in unseren schon sehr vollen
globalen Produktentwicklungsplan passt.»
Auch Chris Dorner, GM von Travelport GDS (Galileo/Worldspan), hat sich
an seine Kunden gewandt und das Modell zurückgewiesen. «LX, seine
GDS-Anbieter und die Reisebüros sollten gemeinsam eine bessere Lösung
finden, die sicherstellt, dass zahlende Reisende unabhängig vom
Vertriebskanal eine fundierte Wahl treffen können», schreibt
er.
CP
