Kuoni Schweiz wächst vor allem dank der Tochtergesellschaften (Ausgabe 2008-12)

Grösster Gruppenumsatz und höchster Reingewinn werden vom Ergebnis im Heimmarkt getrübt – obwohl es aufwärts geht.

Max E. Katz genoss es an der Bilanzmedienkonferenz der Kuoni-Gruppe
wohl doppelt, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen – einerseits als
Sprecher der Konzernleitung (nach dem raschen Ausscheiden von
Konzernchef Armin Meier), andererseits als Finanzchef, der ein
Rekordergebnis vorlegen konnte: «Wir haben den 2006 eingeschlagenen
Wachstumskurs 2007 fortgesetzt und den Umsatz auf CHF 4,7 Mia.
gesteigert. Das sind im Branchenvergleich erneut überdurchschnittliche
15,1%.» Organisch hat der Nettoerlös um 6,1% zugelegt, das restliche
Wachstum verteilt sich auf Firmenakquisitionen (+6,6%) und
Währungseinflüsse (+2,4%).

Der Bruttogewinn konnte gemäss Katz ebenso um überdurchschnittliche
17,8% auf CHF 1042 Mio. gesteigert werden, was die Bruttogewinn-Marge
um 0,6 Punkte auf 22,2% verbesserte. «Dieser Anstieg stammt aus den
Märkten Asien, Grossbritannien und Destination Management.» Der
Betriebsgewinn (EBIT) entwickelte sich laut Katz erfreulich und legte
um 15,3% auf CHF 140,2 Mio. zu. Dafür mache das Konzernergebnis umso
mehr Freude: Der Reingewinn von CHF 136,3 Mio. (+16,8%) ist das höchste
je von der Kuoni-Gruppe erzielte Ergebnis. «In einem von starkem
Margendruck geprägten Umfeld ist uns erneut ein Wachstumsschub
gelungen.»

Zu den Gründen für dieses Glanzresultat meint Katz: «Zugegeben: Dabei
hat uns auch das Umfeld in die Hände gespielt. 2007 war praktisch
unbelastet von ausserordentlichen Ereignissen. Das günstige Umfeld
haben wir nicht nur im Tagesgeschäft genutzt, wir haben uns auch intern
auf anstehende Hausaufgaben konzentriert und diese in Angriff
genommen.» Damit spielt er vor allem auf den Heimmarkt an.

Stefan Leser, Leiter Kuoni Schweiz, meint zum anspruchsvollen 2007:
«Dafür war nicht zuletzt der anhaltende Margendruck im
Pauschalreisensegment verantwortlich, weshalb wir im dritten Quartal
ein Restrukturierungsprogramm zur Verbesserung der Ertragslage
angesetzt haben. Die Kostenreduktionen in den Bereichen Infrastruktur
und Einkauf haben im vierten Quartal erste Erfolge erzielt. Dadurch ist
es uns gelungen, das vergangene Jahr erstmals nach zwei rückläufigen
Jahren wieder deutlich über den Resultaten des Vorjahres
abzuschliessen. Ich darf sogar sagen, dass wir im Schweizer Markt mit
einer EBIT-Marge von 2,0% eine Führungsposition einnehmen.»

Das bessere Abschneiden im Heimmarkt ist auch auf diese Tatsache
zurückzuführen: «Ein Blick auf unsere Palette der spezialisierten
Tochtergesellschaften zeigt, dass sie 2007 Rekordergebnisse lieferte,
was unsere Position in diesem wichtigen Segment weiter gestärkt hat. Um
von höheren Margen profitieren zu können, werden wir bei diesen
Spezialisten weiterhin auf hohe Produkte- und Servicequalität
fokussieren und nicht auf Volumenwachstum setzen», sagt Leser. TI
schätzt, dass rund zwei Fünftel des Schweizer Umsatzes von CHF 1,0 Mia.
von den (neu) zehn Töchtern stammen.   

Norman C. Bandi