Herr Raoul, Sie bezeichneten die Schweiz als «wichtiger Markt der
Zukunft, der derzeit einigen Veränderungen unterliegt». Welche
Veränderungen sprechen Sie an?
Die Veränderungen liegen vor allem darin begründet, dass die deutschen
Airlines derzeit massiv in den Schweizer Markt einsteigen. Dadurch
eröffnen sich für uns als Reiseveranstalter neue
Wachstumsmöglichkeiten: Wir können neue Destinationen ins Portfolio
aufnehmen und die Produktpalette erweitern. Generell wird die
Risikorate geringer.
Können Sie das angesprochene geplante Wachstum beziffern?
Wir verzeichnen momentan ein gewolltes Minus in der Schweiz, das von
Kapazitätskürzungen herrührt. Unter dem Strich haben wir derzeit ein
stabiles Ergebnis, das genau unseren Planungen entspricht. Ziel für die
Wintersaison 2008/09 sowie für den Sommer 2009 ist ein Wachstum im
einstelligen Prozentbereich. Dies werden wir durch die Erweiterung von
Kapazitäten, die weitere Investition in unsere sehr gute Technik und
den Ausbau der Produktpalette erreichen.
Wird die engere strategische Anbindung an München Einfluss auf das Schweizer Produktportfolio haben?
Ja, die engere Anbindung an die FTI-Zentrale in München wird
Auswirkungen auf die Produkte haben, die FTI in der Schweiz vertreibt.
Eine Angleichung der kompletten Produktpalette ist kurzfristig nicht
umsetzbar. Auf
längere Sicht gesehen wird es aber Anpassungen geben, wobei der Fokus dabei auf dem Pauschalreisenprogramm liegen wird.
Beim Winterprogramm 2008/09 gibt es bereits Veränderungen. So wird
beispielsweise das Angebot weit umfangreicher sein. Weitere Details
hierzu folgen in Kürze.
Momentan hat FTI Schweiz Kataloge mit Preisen in Schweizer Franken. Wird sich daran etwas ändern?
Ab Winter 2008/09 wird es eine Umstellung auf Euro-Preise geben.
Die Kundschaft von FTI Schweiz wohnt zu ungefähr je einem Drittel in Frankreich und Deutschland. Soll das so bleiben?
Ja. Innerhalb der Zielgebiete ergeben sich allerdings Verschiebungen
hinsichtlich der Beliebtheit der Reiseziele. Um ein Beispiel zu nennen:
Unsere französischen Gäste reisen sehr gerne nach Tunesien. Woraus
resultiert, dass hierfür im Vergleich gesehen überproportional viele
Buchungen also weit mehr als ein Drittel der Gesamtbuchungen aus
Frankreich kommen.
Wird Big Xtra mit einem eigenen Auftritt an den Schweizer Markt gelangen?
Nein, solche Planungen gibt es derzeit nicht.
Zur Person
Der Österreicher Boris Raoul begann seine Tourismuslaufbahn 1996 bei
Alltours und war später Einkaufsleiter im zentralen Hoteleinkauf für
TUI, bevor er 2001 zu FTI stiess. Seit Juli 2005 gehört er der
Geschäftsführung an und steht dem Bereich Touristik vor, wo er das
Produkt- und Kapazitätenmanagement, Vertrieb und E-Commerce
verantwortet. Neben seiner Funktion als Geschäftsführer und
VR-Präsident von FTI Schweiz verantwortet er Österreich sowie die
FTI-Büros in Malta, Orlando und Bangkok.
25 Jahre Frosch Touristik GmbH
Am 1. August feiert FTI ihr 25-jähriges Jubiläum. Im August 1983
als Nischenanbieter gegründet, ist FTI heute einer der grossen
Veranstalter auf dem deutschen Markt mit rund 1000 Mitarbeitenden und
Angeboten für mehr als 60 Destinationen.
