Amadeus ist das einzige GDS, welches mit Swiss und Lufthansa nach wie
vor keinen neuen Vertrag abgeschlossen hat. Im Gegensatz zu Sabre und
Travelport (Galileo/ Worldspan) fallen für die Reisebüros ab 1. Oktober
Gebühren von acht Franken pro Segment an. Diese werden vorerst bis Ende
2008 von Amadeus rückerstattet.
Eine Lösung ist nicht in Sicht. Rudolf Schumacher, VP Sales &
Marketing Schweiz der Swiss: «Zurzeit gibt es keine Verhandlungen.
Zwischen den beiden Parteien sind Gerichtsverfahren hängig. Swiss ist
aber weiterhin offen für Verhandlungen.» Ähnlich tönt es bei Cornel
Küng, Country Manager Schweiz von Amadeus: «Mit Swiss finden aktuell
keine Verhandlungen statt. Über laufende Rechtsfälle kann ich keinen
Kommentar abgeben.»
Inzwischen sind die unterschriebenen Verträge zum Vorzugspreismodell
(VPM) der Schweizer Reisebüros bei Swiss eingetroffen. «Über 95% des
Umsatzes ist abgesichert. Die Erwartungen sind damit übertroffen»,
zeigt sich Schumacher erfreut. «Die Wogen haben sich geglättet, es wird
sachlicher diskutiert. Das Verständnis, weshalb Swiss bei
kontinuierlich steigenden Vertriebskosten nicht tatenlos zusehen kann,
ist deutlich gestiegen. Zahlreiche Artikel in den vergangenen Tagen
über verschiedenste Mitbewerber haben zweifelsohne dazu beigetragen.»
Hans-Jörg Leuzinger, Präsident des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes
(SRV) rechnet allerdings damit, dass die Spannung in der Branche mit
dem Näherrücken des 1. Oktobers steigt: «Dann nämlich wird sich zeigen,
wie das VPM greifen und die damit verbundenen Prozesse hierzulande
aussehen werden. Man darf also gespannt sein.»
In den letzten Wochen fanden keine neuen Gespräche zwischen SRV und
LX/LH mehr statt. Auch die Task Force des SRV ist nicht aktiv. «Sie ist
aber in ihrer Form bis dato nicht aufgelöst worden. Sollten
Entwicklungen dies erfordern, kann die Task Force jederzeit aktiviert
werden», so Leuzinger. Immer noch hängig ist das Verfahren bei der
Wettbewerbskommission (Weko). Leuzinger: «Der Ball liegt im Moment bei
der Weko. Der SRV hat keine Möglichkeit, auf die terminliche
Bearbeitung bei der Weko Einfluss zu nehmen.»
Küng zum Rückerstattungsprozedere von Amadeus: «Es scheint, dass wir
das Prozedere analog zu Deutschland einführen können. Wie wir indirekt
erfahren haben, seien die notwendigen Entwicklungen eingeleitet. Wir
erwarten diesbezüglich verbindliche Informationen und werden uns sicher
zu Wort melden, sobald für die Schweizer Reisebüros wichtige,
weiterführende Informationen vorliegen.»
