Die Buchungsanfragen über das Internetportal von Edelweiss Air für
Flüge ab dem Winterflugplan 2008/09 werden auf www.swiss.com umgeleitet
und auf dem Reservationssystem der neuen Besitzerin weiterverarbeitet.
Weil es sich um Codeshare-Flüge handelt, wird im Buchungsvorgang
keine Edelweiss-Flugnummer, sondern lediglich eine LX-Nummer angezeigt.
«Sämtliche über das Internetportal von Swiss angebotenen
Edelweiss-Flüge werden per Einzelplatzverkauf vertrieben und haben
deshalb eine LX-Flugnummer. Die Kontingentsplätze der Veranstalter
verfügen auch über eine Edelweiss-Nummer», sagt Peter Spring, CCO von
Edelweiss Air. Durch die Zusammenarbeit mit Swiss wird jedoch nicht
mehr das EDW-Kürzel verwendet, sondern der offizielle, zweistellige
IATA-Code WK. «Dies ist der erste zweistellige Code, der nur uns
gehört», sagt Christian Gfeller, stellvertretender Edelweiss-CEO. «Aus
diesem Grund wird ab Winterflugplan nur noch der WK-Code verwendet.»
Die über Edelweiss beziehungsweise Swiss vertriebenen Flugplätze
unterliegen dem Linientarifsystem mit verschiedenen Klassen. Dadurch
können sich Preisunterschiede zwischen den Einzelplatz-Angeboten der
Airlines und den Kontingenten der Veranstalter ergeben. «Die Preise
passen sich je nach Marktlage an. Grössere Differenzen sind auf eine
hohe Verfügbarkeit beziehungsweise geringe Nachfrage zurückzuführen»,
so Spring.
Wie ein Stichprobenvergleich von TRAVEL INSIDE ergab, kann sich ein
Flugpreis um mehrere hundert Franken unterscheiden (Stand 29. August),
je nachdem wo gebucht wird. Ein Economy-Flug am 14.12. von Zürich nach
Lanzarote (retour am 21.12.) kostet über www.edelweissair.ch CHF 648.50
und über www.kuoni.ch CHF 725. Deutlicher wird der Unterschied bei
einem Economy-Überseeflug, beispielsweise auf der Strecke ZürichCancun
mit Abflug am 10.12. und Rückflug am 24.12. Dieser kostet bei Edelweiss
mit CHF 1275.50 exakt CHF 589.50 weniger als bei Veranstalter Kuoni.
Kuoni-CEO Stefan Leser sieht in den Preisunterschieden allerdings keine
Bedrohung, zumal der Veranstalter Kuoni nicht den Verkauf reiner
Flugleistungen anstrebt. «Dass die Preise der neuen Edelweiss-Mutter
vereinzelt auch mal unter jenen von Kuoni liegen, hängt mit
zusätzlichen Abflugsmärkten zusammen, welche die Swiss beliefern kann»,
sagt Leser.
Konkurrent M-Travel Switzerland bietet viele seiner Charter exklusiv an
und kaufte aus diesem Grund ganze Flugplatzkontingente auf Belair/Air
Berlin-Flügen ein. Dadurch kann vermieden werden, dass die Flüge über
das Internet zu Dumpingpreisen verkauft werden. Dass auch Kuoni in
Zukunft nur ganze Flugzeugkapazitäten einkauft, schliesst Leser aus.
«Ich verstehe diesen Ansatz nicht. Wir kaufen unsere Kontingente nach
Nachfrage und nicht nach Grösse der Flieger ein.»
«Ob es in der kommenden Wintersaison ein Überangebot an Flügen geben
wird, werden wir erst am Ende der Saison wissen», so Leser. «Es wäre
allerdings die erste Saison, in der auch alle ausgeschriebenen Flüge
durchgeführt würden.»
Simon Benz
Preisdifferenzen sind auf Überseeflügen am deutlichsten
Auf der Mittelstrecke sind die Preisunterschiede der günstigsten
Plätze zwischen Kuoni und Edelweiss Air (WK) beziehungsweise Swiss (LX)
relativ gering als Beispiele wurden die Strecken ZürichLanzarote und
ZürichMarrakesch genommen. Flüge nach Sharm el-Sheikh sind bei der
Airline und beim Veranstalter exakt gleich teuer, da der Verkauf für
Winterflüge an diese Destination momentan noch immer über das
Reservationssystem von Kuoni abgewickelt wird.
Die Preise von Kuoni und Edelweiss unterscheiden sich hauptsächlich auf
der Langstrecke. Die Flüge nach Cancun und Phuket sind bei Kuoni zu den
gemessenen Zeitpunkten über CHF 500 teurer als direkt über Edelweiss
beziehungsweise Swiss. Dass sich die Preise dem Markt anpassen, ist am
Beispiel Male besonders deutlich ersichtlich. Innerhalb von drei Tagen
ist der günstigste Flugpreis von Swiss um CHF 900 gestiegen und liegt
nun fast CHF 690 über dem Angebot von Kuoni.
BNZ
