Rückwirkend per 1. April 2008 übernimmt Tourasia-Geschäftsführer
Stephan Roemer als Privatperson die Anteile von Kurt Eberhard bei Lets
go Travel. Der Deal wurde von langer Hand vorbereitet, wie Eberhard im
Gespräch mit TI erklärt: «Bereits vor zwei Jahren habe ich den
Verwaltungsrat sowie Co-Geschäftsführer Kurt Zürcher darüber
informiert, dass bei mir ein Wechsel ansteht. Seither wurden diverse
Lösungen diskutiert.»
Zwar wäre es möglich gewesen, dass Eberhard seine Anteile trotz
Rücktritt als Co-Geschäftsführer behält. «Aber ich wollte klare
Verhältnisse», meint er. Nachdem Zürcher seinen Anteil nicht aufstocken
wollte, hielt man nach einer anderen Lösung Ausschau. «Wir strebten
unbedingt eine TTS-interne Lösung an. Dabei gab es zwei mögliche
Lösungen neben Roemer wäre auch Roger Geissberger bzw. Knecht Reisen
ein Kandidat gewesen. Für Lets go wäre das grössere Gebilde mit
Knecht/Geissberger allerdings weniger gut geeignet gewesen», so
Eberhard.
Vor rund einem Jahr ging Eberhard auf Roemer zu, welcher von Beginn an
von der Idee begeistert war: «Lets go als sehr erfolgreiche Firma hat
dasselbe Qualitätsverständnis wie Tourasia mit einer Angebotstiefe, wie
es für einen echten Spezialisten nötig ist. Zudem verfügen beide Firmen
fast über den gleichen Kundenstamm mit relativ wenig Direktkunden sowie
identische IT-Systeme. Dazu kam bei mir ein persönlicher Faktor: Seit
25 Jahren beschäftige ich mich mit Asien, nun möchte ich gerne noch
zusätzlich etwas Neues machen. Der Betrieb bei Tourasia läuft so gut,
dass es mich im Tagesgeschäft nicht wirklich braucht.» Die
Mitarbeitenden von Lets go haben den Wechsel laut Zürcher gut
aufgenommen, «nicht zuletzt, weil man sich innerhalb der TTS-Gruppe
kennt».
Dass es zwischen beiden Firmen zu Synergien kommen wird, relativiert
Roemer: «Beide TOs laufen auch in Zukunft komplett unabhängig und
bleiben an den bisherigen Standorten. Es gibt aber Themen, die durch
eine Person abgedeckt werden können: Informatik, Beziehungen zur
TTS-Gruppe, Airlinepartner, Marketing oder Kundenbetreuung.
Die Aufgabenteilung zwischen Zürcher und Roemer ist noch nicht genau
definiert. Zürcher: «Am Anfang wird Stephan Roemer hauptsächlich die
Aufgaben von Kurt Eberhard übernehmen zum Beispiel das Marketing.
Grundsätzlich soll aber jeder das machen, was er besonders gut kann.»
Roemer ergänzt, dass er nicht in die Destinationsproduktion involviert
sein wird, da Zürcher die Destinationen von Lets go besser kennt.
Im Oktober und November wird Eberhard noch zusammen mit Roemer bei
Lets go sein. Danach wird Roemer voraussichtlich einen Tag pro Woche
in Schaffhausen arbeiten. «Mit der heutigen Technik muss ich nicht
zwingend physisch bei Lets go anwesend sein», so Roemer.
Eberhard weiss noch nicht, was er ab Dezember machen wird: «Zuerst
werde ich mir zwei bis drei Monate Auszeit gönnen. Für die Zeit danach
habe ich Ideen sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Reisebranche.»
Eberhard muss nicht nur bei Lets go, sondern auch als
TTS-Verwaltungsrat und Chef der TTS-TO-Gruppe ersetzt werden. Zudem
muss ein neuer Vorsitzender der SRV-Region 4, wo Eberhard nur
interimistisch bleibt, gefunden werden. «Auch wenn ich in der Branche
bleibe, ist es nicht denkbar, dass ich Vorsitzender der Region bleibe»,
stellt er klar.
