Garantiefonds kratzt an der Zehn-Millionen-Grenze (Ausgabe 2014-28)

Der Kundengeldabsicherer verzeichnete von 2011 bis 2013 keinen Schadenfall. Dies wird sich heuer ändern.

51 Insolvenzverfahren, CHF 8,4 Mio. zurückbezahlte Kundengelder, ausbezahlt an 5192 Konsumenten – diese Bilanz zieht der Garantiefonds der Schweizer Reisebranche nach 20-jähriger Tätigkeit. 2013 verlief weniger spektakulär: Wie schon in den zwei Jahren zuvor gab es keine Schadenfälle zu verzeichnen.

Dank verbesserten Erträgen aus den Finanz-anlagen, einem stabilen Aufwand und höheren Einnahmen aus den Teilnehmergebühren blieb ein Betriebsgewinn von CHF 489455 übrig. Im laufenden Jahr dürfte der Überschuss indes kleiner ausfallen; Grund dafür sind zwei Insolvenzen, die den Garantiefonds auch nach Abzug der Garantien noch geschätzte CHF 200000 kosten werden.

Der Betriebsgewinn von letztem Jahr jedenfalls fliesst komplett in die Rückstellungen für Schadenfälle, die nun bereits CHF 9,99 Mio. betragen. «Ziel wäre eigentlich, irgendwann einmal auf die Teilnehmergebühren verzichten zu können und den Administrationsaufwand aus dem Zinsertrag unserer Rückstellungen zu finanzieren. Nur erlaubt dies die heutige Zinssituation leider nicht», erklärt Garantiefonds-Geschäftsführer Stefan Spiess.

Die Einnahmen aus den Eintritts- und Jahresgebühren sind letztes Jahr sogar um 3,7% gestiegen, obwohl die Anzahl der Teilnehmer von 1484 auf 1451 gesunken ist. Der Grund dafür: Der Umsatz aller Fondsteilnehmer stieg um 2,9% auf CHF 6,14 Mia., und die Gebühren richten sich nach den Umsätzen. «Während die bekannten Marktführer ihre Stellung behaupten, ist bei den Spezialisten und Internet-Anbietern teilweise bedeutendes Wachstum auszumachen», heisst es im Jahresbericht.

Auch bei den Teilnehmerzahlen mussten die «Grossen» Federn lassen: Die geringere Anzahl Teilnehmer ist nämlich ausschliesslich auf die Filialbetriebe der grossen TOs zurückzuführen. Diese Zahl hat um 34 abgenommen.

SJ