In Köniz bei Bern hat Open Up Travel seinen Stammsitz. Sie haben noch nie von dem Unternehmen gehört? Das hat wohl damit zu tun, dass deren Kernzielgruppe russischsprachige Touristen und Unternehmen aus aller Welt sind.
Die Firma operiert erfolgreich in einer Nische. Open Up Travel wurde im Jahr 2000 als AG gegründet. Die Aktionäre des Unternehmens sind Inhaber von Uhrengeschäften, Schönheitskliniken und Banken; deren Kunden können mit Open Up Reisen buchen oder umgekehrt können Reisende von Open Up zu Kunden der Inhaber-Firmen werden. Die Rechnung geht auf: Im Berner Head Office arbeiten heute 12 Mitarbeitende, dazu gibt es zehn extern angestellte, Russisch sprechende Guides/Fahrer.
Denn Open Up ist im Outgoing- wie auch im Incoming-Geschäft tätig. In letzterem Bereich wird mit eigenen Fahrzeugen und Guides operiert. Kunden werden über drei Filialen in Russland (Moskau, St. Petersburg und Perm) sowie von Partnerunternehmen in China, Mexiko, Kasachstan, Deutschland und Österreich vermittelt. Kernkompetenzen sind Gruppenreisen und Exkursionen/Transfers europaweit; dazu im Winter die Vermittlung von Skiferien und Unterkünften in der Schweiz und im restlichen Europa. Open Up Travel ist deshalb Mitglied von Switzerland Tourism.
Im herkömmlichen Retailing ist man allerdings nicht aktiv. «Je nach Anfrage arbeiten wir aber mit langjährigen Partnern und Kontakten europaweit und weltweit, um den Kunden die Reisewünsche zu erfüllen», erklärt Barbara Levocka (Managerin Visumsgeschäft/Administration/HR). Gründerin und Inhaberin ist übrigens die gebürtige Russin Tatjana Koch.
Rund 70% des Geschäfts werde mit Leisure-Reisen generiert, rund 30% entfallen auf Geschäftsreisen. Verkauft werden die Angebote zu 5% direkt, zu 95% über Retailer allerdings nicht Schweizer Retailer, sondern die genannten Partnerbüros im Ausland.
Nicht das wichtigste Standbein des Unternehmens, aber jenes, bei welchem auch Schweizer Bürger oder Bürger mit Aufenthaltsbewilligung bedient werden, ist der Visums-Service. «Wir holen alle Visa ein, die wir einholen dürfen, z.B. für Russland, Weissrussland, Kasachstan, Aserbaidschan, Iran oder China», erklärt Levocka; wenn ein persönliches Erscheinen für die Visumserteilung nötig ist, wie z.B. für Saudi-Arabien, könne aber auch Open Up nichts ausrichten. Sollten Schweizer Visa-Kunden Hilfe brauchen bei der Organisation ihrer Reise in eines der genannten Länder, hilft Open Up auch, etwa für Flüge, Transfers, Zugverbindungen und mehr. Die sei zwar eher Zusatzgeschäft, laufe aber doch recht gut. «Wir bieten unseren Kunden auch kostenlose Beratung und Kontrolle der Dokumente und haben eigentlich die besten Preise der Schweiz in diesem Segment», schliesst die Slowakin, welche an der SSTH Chur studiert hat.
JCR
