American Airlines ist wieder die grösste Airline der Welt. Die Ende 2013 definitiv gutgeheissene Fusion mit US Airways, welche aktuell umgesetzt wird, hat ihr zur Rückkehr auf den Thron geholfen, den sie im Zuge der Konsolidierungswelle in den USA an Delta/Northwest sowie United/Continental verloren hatte.
American, 2011 noch unter Gläubigerschutz gestellt, fährt inzwischen Rekordgewinne ein. Im 2. Quartal 2014 waren dies satte USD 1,5 Mia., wodurch erstmals seit 34 Jahren wieder eine Dividende ausgeschüttet wurde und AA ist seinen Pensionskassenverpflichtungen im Gegensatz zu einzelnen Konkurrenten stets nachgekommen! Die Preise befinden sich ebenfalls im Steigflug. Das erlaubt Investitionen ins Produkt.
Bereits seit April kommt auf der Route ZürichNew York (JFK) die brandneue Business Class zum Einsatz, inzwischen übrigens auch ab Mailand. Auch in Economy sind die Sitze neu. «Unser Premium-Produkt ist konkurrenzfähig zu jenem der Swiss und kommt im Markt sehr gut an», sagt Alexander Scholer (Corporate/Channel Sales Manager AA Schweiz). Mit der Boeing B-767 sei man weiter zufrieden: Das Flugzeug habe zwar höhere Treibstoffkosten als modernere Typen, sei aber von der Grösse her für den Markt Zürich ideal und habe zudem tiefe Leasingkosten.
Eine Langfristlösung ist die B-767 indes nicht. Aktuell rüstet American ihre B-777-200-Flotte mit einer neuen Zweiklassen-Kabine um; Dreiklassen-Service wird nur noch auf Strecken beibehalten, die AA mit total 14 B-777-300ER bedient. Es ist eine generelle Umflottung in Gang: AA hat 600 Flugzeuge bestellt, dazu 400 Optionen. Alle Maschinen werden in neuer Ausstattung und Bemalung geliefert. Zum Lieferumfang gehören auch B-787 «Dreamliner», welche voraussichtlich die B-767 ersetzen allerdings vorerst auf inneramerikanischen Strecken. Ausgeflottet werden die MD80 sowie rund die Hälfte der älteren B-767.
«Mit der massiven Investition ins Produkt unterstreicht American ihr Ziel, mittelfristig das beste Flugprodukt der Welt bieten zu können», erklärt Markus Boecker (Country Sales Manager AA Schweiz). Das betrifft vor allem auch Domestic-Ziele. Auf Transkontinentalstrecken von New York nach Los Angeles oder San Francisco setzt AA den Airbus A321T ein das einzige US-Transkontinentalprodukt mit drei Serviceklassen. Die Maschine hat nur 102 Sitze, dafür ein Produkt, «das den Transatlantikprodukten gleichwertig ist, womit endlich ein kohärentes Produkt ab Zürich bis Kalifornien angeboten wird», so Boecker.
Zürich, seit 1987 von AA bedient, bleibe ein Kernmarkt; zudem habe man dank dem neuen Produkt jüngst wieder Accounts gewinnen können.
Jean-Claude Raemy
