US-Mautstellen: Lieber von vornherein bezahlen (Ausgabe 2014-37)

In den USA kann eine Mautgebühr über USD 5 auch sechs Mal teurer werden.

Gleich in mehreren US-Bundesstaaten laufen aktuell Gerichtsverfahren zwischen Konsumentengruppierungen und Mietwagenfirmen. Hintergrund sind die von Letzteren berechneten Mautgebühren – und wie so oft sind eigentlich beide Parteien schuldig.

Doch von vorne: In 35 der 50 US-Bundesstaaten werden Mauten, also Strassengebühren («tolls»), erhoben. Wer einen Mietwagen fährt, konnte bislang am einfachsten mit Cash bezahlen; die Mietrechnung wurde damit nicht belastet. Da aber immer mehr Mautstellen nur noch mit automatischen Mautkontrollen bedient werden, vermieten zahlreiche Mietwagenfirmen ihren Kunden – teils recht aggressiv – automatische Mauterfassungstools (z.B. «Ez-Pass»). So werden die Mautgebühren im Anschluss an die Miete der Kundenkreditkarte weiterbelastet.

Das Problem: Im Mietpreis der Apparate wird nicht berücksichtigt, ob überhaupt Mautstrassen passiert werden. Die über USD 20, welche z.B. in New York für einen «Rent-a-Pass» verlangt werden, werden nicht rückerstattet, falls der Mieter gar keine Mautstelle passiert hat. Das hat dazu geführt, dass zahlreiche Kunden kein Gerät mieten und die Mautstellen «schwarz» passieren.

Allerdings werden Autos, welche Mautstellen ohne Bezahlung passieren, fotografiert und anhand der Nummernschilder werden Nachbelastungen verschickt. Wer so im Nachhinein bezahlt, muss mit hohen administrativen Kosten rechnen. Ein Beispiel lieferte Dollar Rent-a-Car, welche für eine Mautgebühr von USD 2.74 in der Endabrechnung USD 30 (wegen der Administration) verlangte. Dollar argumentierte vor Gericht damit, dass hohe Gebühren für das unbezahlte Passieren elektronischer Kontrollen an die Mietwagenfirmen verrechnet werden und diese inklusive Administrationsgebühr weitergereicht werden.

JCR