Bereits zum 14. Mal in Folge führte der Schweizer Reise-Verband (SRV) in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen (IMP-HSG) eine Umfrage zu den Kennzahlen der Schweizer Reisebüros durch wobei die grossen Veranstalter jeweils nicht berücksichtigt werden. Angefragt wurden 698 SRV-Mitglieder, teilgenommen haben deren 401 plus 16 Nicht-Mitglieder.
Zu den Ergebnissen: 2013 konnte der Umsatz pro Reisebüro um 2,9% von CHF 4,5 Mio. auf 4,7 Mio. gesteigert werden. Der durchschnittliche Umsatz pro Mitarbeiter betrug fast unverändert CHF 1,02 Mio., wobei vor allem bei kleinen und grossen Betrieben eine leichte Zunahme zu beobachten ist. «Der Mehr- oder Minderumsatz pro Reisebüro ist im Wesentlichen durch die Zahl der Mitarbeitenden getrieben», erklärte SRV-Geschäftsführer Walter Kunz ergänzend.
Gleichzeitig zog sich die Erholung der Nettorendite nach einem «Absturz» zwischen 2006 und 2009 (von über 3% auf unter 1%) weiter fort: Sie verbesserte sich von 1,2% auf 1,4%, dies bei einer weitgehend unveränderten Bruttorendite von rund 14%. Dabei wird das Beratungshonorar zu einer immer wichtigeren Stütze der Rendite und machte mit 4,9% fast einen Drittel der Bruttorendite aus (2009 waren es noch 3,8%). Trotzdem: «Der Verdienst steht nach wie vor in keinem Verhältnis zur Arbeit», so Kunz. Die Jahressalärsumme in Relation zum Bruttoertrag ist seit mehreren Jahren stabil.
Die Reisebüros wurden auch zu den unmittelbaren Zukunftsaussichten befragt. In Bezug auf die Nachfrage gehen sie im Gegensatz zu den positiveren Einschätzungen im Vorjahr für die nächsten zwölf Monate von einem eher stagnierenden oder gar rückläufigen Geschäftsvolumen aus. Zuwächse werden am ehesten noch den Zielen Nordamerika, Australien/Neuseeland sowie Südamerika zugesprochen, in Europa Griechenland, Spanien, der Türkei und Italien. In der Tendenz rechnet man auch mit sinkenden Preisen, «die Margen stehen deshalb weiterhin unter Druck», so Christian Laesser von der Uni St. Gallen.
Internetbuchungen wird weiterhin Wachstum zugetraut, auch wenn der Markt zunehmend gesättigt ist. Die grösste Konkurrenzierung für das stationäre Geschäft wird unverändert im Bereich Hotel- und Flugbuchungen Europa sowie bei Städtereisen erwartet. Die Reisebüros sind aber zuversichtlich, dass sie mit Massnahmen wie einem eigenen Portal, massgeschneiderten Produkten, gezielter Ausbildung der Mitarbeitenden und verstärkter Kundenbindung und Verkaufsförderung am Ball bleiben können.
Auf die ebenfalls an der Pressekonferenz präsentierte AGA-Studie zum Buchungs- und Reiseverhalten geht TRAVEL INSIDE in der TTW-Vorschau ein, die am 16. Oktober 2014 erscheint.
Beat Eichenberger
